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Anreise:
Nachdem ich alle Vorbereitungen getroffen hatte und den Roadtrain beladen hatte ging es am Do 16.4 Nachmittags los auf den Weg nach Most. Nach gemütlichen 3,5std Fahrt war dann Ankunft in Most. Umschauen, Platz suchen und niederlassen. Deprimierent ist es dann schon mit was Schweden, Dänen und Russen so Aufschlagen, da kommt man sich mit nem Corsa und Anhänger sowie Zelt im Fahrerlager dann doch etwas "arm" vor, aber umso besser wenn man dann im Training einige von denen hinter sich lassen kann.
Der Freitag:
Los gings am Fr 17.4 mit dem 1. Turn der Gruppe A um 9Uhr. Pünktlich um 8:30Uhr fing es an zu regnen. Also noch schnell die anderen Felgen mit Regenreifen einbauen und ab gehts. Der 1. Turn erstmal um die Strecke kennen zu lernen und im Regen etwas rumzuschwuchteln. Nachdem es dann immer mehr regnete wurde die Gruppeneinteilung aufgehoben und es war freies Fahren angesagt, wer fahren will bei dem Sauwetter der soll fahren. Ich natürlich, der durch etliche Regenfahrten durch den Thüringer Wald es gewohnt war nasses Leder auf der Haut zu spüren, gefahren was ging. Nachdem die Strecke dann einigermaßen im Kopf war versuchte ich langsam schneller zu werden. Und ich muss sagen, ich war begeistert was und wieviel mit diesen Regenreifen geht, einfach unbeschreiblich welchen Grip die Dinger im Regen haben und wie sehr mehr am Kabel ziehen kann. Selbst im 2. Gang beim geradeaus Beschleunigen ging die Kiste nur aufs Hinterrad aber durchdrehendes Hinterrad, fehlanzeige! Rutscher kündigen sich sanft an und zeigten mir die Grenzen in Schräglage und beim Rausbeschleunigen. Und das geilste: Knieschleifen im Regen!!! Man wie krank ist das eigentlich? Man ballert mit 180Ps Maschinen im Regen im Kreis herum und lässt auch noch das Knie schleifen.
Gegen 11:30Uhr regnete es dann jedoch so heftig, dass auch ich beschloss jetzt erstmal zu versuchen wieder trocken zu werden. Also raus und nach Most fahren und wie immer (Spreewaldring etc...) einen Heizlüfter kaufen. Fortan nutzte ich mein Zelt nicht nur als Schlafplatz sondern auch als Trockenkammer. Nach der Mittagspause lies der Regen zwar nach, aber es war den Rest des Tages freies Fahren. Meine Zeiten purzelten bis auf eine glatte 2:00 am Abend des 1. Tages. Im Zeittraining Platz 8 von 91 Fahrern, neue Strecke und Regen, nicht schlecht dachte ich mir. Am nächsten Tag war der 1 Turn immer noch komplett nass, zwar kein Regen mehr aber überall noch Wasser. Trotzdem drückte ich die Zeit nochmal auf 1:58 weil ich einfach immer mehr Vertrauen zu den Regenreifen aufbauen konnte. Ein Kollege aus Chemnitz den ich kennenlernte, konnte die Zeit nicht mal im trockenen Fahren. Gut er war keine Referenz aber motivierend war für mich und umso demotivierender für ihn. Dann wurde es langsam trocken und konnte auf die Conti-RaceAttacks wechseln. Nachdem das alles abgetrocknet war konnte ich damit eine 1:49 fahren. Da ist auf jeden Fall nochwas drin um die Zeit zu drücken, jedoch sollte ich dazu keine Chance mehr haben. Meine 1:49 reichte für einen 4 Startplatz im Rennen. Sau geil dachte ich mir und ging mit entsprechenden Erwartungen an mich auf die Strecke. Und was machte ich? Man könnte fast sagen den typischen Rossi-Start, erstmal ein paar Plätze verschenken. In der 1. Kurve galt Vorsicht sowie Zurückhaltung, da hier einfach 40 total Bekloppte auf eine re-li Schikane zu rasen und jeder erster sein will. Entsprechend legten sich zum Glück hinter mir erstmal 3 Mann gepflegt aufs Maul. Ich reihte mich derweil so um Platz 8 ein und merkte schnell dass ich schneller fahren konnte als die vor mir fahrenden, aber die nun leider mal vor mir waren. Da ich leider beim Überholen nicht die selben Rossi-Qualitäten hatte wie beim Start hiess es also erstmal mit entsprechenden Ärger hinterher fahren. Nachdem ich dann in der Bergauf links mit wesentlich mehr Schwung rauskam konnt ich so schon einen überholen und den 2. wollte ich mir, optimistisch auf der Bremse, vor der doppel rechts vor Start-Ziel schnappen. Dies klappte auch soweit dass ich beim in die Kurve fahren neben ihm war und er mich jedoch zu spät sah, mir die Tür zu machte und wir uns berührten. Dh. ich mit meinem Kupplungehebel in seinen Höcker, tja und dann machte es holder di polder und ich fand mich im Kies wieder, Shit!!
Erste Kontrolle, ok, Mopped hat die obligatorischen Schrammen nach so einem Crash, ich hatte Aua am linken großen Fußzeh und am linken Ellebogen. Der Fußzeh stellte sich als gebrochen heraus (wahrscheinlich Mopped drauf bekommen) und der Ellenbogen hatte eine Schürfwunde da hier das kombi durchgeschliffen war.Immerhin war es ja doch ein Abflug mit ca 140km/h. Also gut, Rennen vom Kies aus beobachtet und nur 2 Runden später legte sich der Stefan Genscher in der selben Kurve hin und ich hatte zu einem einen Gesprächspartner hinter der Bande und zum anderen war das nicht schlecht, da Stefan letztes Jahr die IBPM gewonnen hatte und er jetzt auch mit 0 Punkten aus dem 1. Rennen zurück fährt. Gewonnen hat letztendlich ein Schwede, der den Platz jedoch abgab da er eine Internationale Lizens besitzt und in der Superstock WM mit fährt und das ganze nur als Training nutzte. Nachdem ich dann das Mopped aus eigener Kraft zurückfahren konnte kümmerte ich mich sofort um die Reparatur des Schadens. Kupplungshebel getauscht, Lenker gerade rücken, neue Verkleidungsscheibe und Fußrastenkörper ersetzen. Noch ein bisl putzen und schon strahlte mich die 10er wieder an, jedoch mit leichten Lackschäden. Mein Fußzeh wurde derweil immer dicker und farbenfroher. Trotzdem wollte ich es am nächsten Tag nochmal probieren und einfach für Trainingszwecke meine Zeit weiter zu verbessern, schließlich sollte das Wetter ja nun endlich passen. Aber daraus wurde nichts, denn ich bekam meinen Fuß mit dem Zeh einfach nicht in den Moppedstiefel. Reumutig packte ich zusammen und verließ den Ort des Geschehens vorzeitig. In Coburg wieder angekommen setzte ich mich noch 2,5 std ins Krankenhaus um Gewissheit über den Zustand meines Fußzehs zu bekommen. Trümmerbruch, aber passt schon denn die Teile hängen alle noch zusammen und es wächst von allein zusammen. Hauptsache ich komm am 1.5 wieder in den Moppedstiefel um in Schleiz meinen Spaß zu haben. Resumee: Most ist geil, Regenreifen sind geil, Sturz ist ungeil und Start üben ist notwendig.
Robert
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Am Donnerstag wurde das Bike bei strahlendem Sonnenschein in Magdeburg verladen. Der HP401("Klaufix") Anhänger zum Transport eines Wettbewerbsmotorrads wurde mit der "Waffe" bestückt. Gegen 14:30 bin ich in MD losgefahren und war gegen 17:30 Uhr in Schleiz. Dr. Nasenbohrer war schon vor Ort. Nach einem kurzen Smalltalk haben wir alles aufgebaut und den Abend wie gewohnt ausklingen lassen.
In der Nacht zum Freitag hat es geregnet, so dass die Bikes und die Strecke gut nass waren beim ersten Turn. Das Streckenlayout ist unbeschreiblich geil! Die ersten paar Runden übertrafen alle Erwartungen.
Im zweiten Turn war die Strecke trocken und ich konnte langsam Angasen. Jochen und Freundin sowie ein kleines Menschenkind besuchten uns. Der Tag verlief ganz gut bis plötzlich eine Benzinlake nach dem Tanken untern Moped entstand. Zeit gleich hatte Roberts 10er einen Fehlercode "53". Mangels WHB wussten wir nicht was defekt war. Mit Hilfe der modernen Kommunikation wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt die Fehler zu beseitigen. Eine Kollegin aus Dänemark (Helle, Startnummer 553, www.racepixx.de) hatte ein WHB von der ZX6R 2006 dabei. Der Fehlercode betraf die Zyndspule des dritten Zylinders. Nach messen und tausch gegen die Spule des zweiten Zyl. konnte der Fehler behoben werden. Nicole brachte aus Magdeburg einen Stahltank mit welcher am Freitag abend an meiner 7er montiert wurde.
Der Samstag verlief ebenfalls sehr gut. Wir hatten Kaiserwetter. Das Fahrwerk der 7er hab ich von einem Spezi aus Ungarn eingstellen lassen. Der Unterschied war riesig. In Kurven hatte ich keinerlei pumpen mehr und das Mopped lag wie auf Schienen in der Kurve. Ebenso wurde auch der Brenner vom Robert vom Fahwerk her optimiert. Der Bridgestone Bt002 Pro funktionierte perfekt, was man Roberts Continental nicht sagen konnte. Der Conti neigt zum aufreissen, was bei diesem Reifen ein echtes Problem ist.
Am Samstag kamen Iggi und Zoom vorbei, auch fanden die ersten Rennen statt. In der SSP Open fuhren die 600er um die Wette. Leider gab es in der ersten Runde einen Unfall der zum Rennabbruch führte, welches dann jedoch fortgesetzt wurde. Unsere Nachbarin Helle hatte einen Unfall und musste ins KKH. Die Verletzungen waren schwer so das sie ca. 4-5 tage im KKH bleiben muss.
In der Superbike Klasse ist Robert von Platz 16 gestartet und kam als 17ter ins Ziel. Die Beste Rundenzeit lag bei 1:36.716(!) in Runde 7. Danach folgte das Rennen der SSP 750er Klasse in der Ich starten durfte. Ich hatte mich beim Zeittraining noch nicht zum Rennen gemeldet weswegen ich aus der letzten Reihe starten musste und ausser Wertung fuhr. Am Ende hätte es für den 8. Platz gereicht. Die beste Zeit im Rennen lag bei 1:40.583 in Runde 2. Ein gutes Ergebnis für uns beide. Das Rennen an sich war sehr aufregend. Das Adrenalin konnte man spüren, die Konzentration lag bei 120% und ich bin mit der Maschine verschmolzen. Beim Angasen gab es ein riesen Feeling und die Zeit verging im Flug. In der letzten Runde kämpfte ich mit einer 916 Duc um den 7. Platz. Nach der Spitzkehre überholte ich innen mit dem Brunomanöver und fuhr auf dem Hinterrad über den Wheeliehügel. Die Duc blieb dran und holte mich auf der Bremse vor der Schikane. Ich kam nur 0.5s später ins Ziel. Es war ein geiler fight und der Ducfahrer war uberglücklich. Wir gratulierten uns an der Strecke. Mein Tagessziel von 1:40 wurde geschafft.
Am Sonntag verlief das Training ohne große Zwischenfälle. Bruno, Polli, David mit Freundin und Moreen besuchten uns aufm Track. Die Motoren funktionierten genau wie Fahrwerk und Bremsen super gut. Robert hatte am Samstag noch neue SRQs eingebaut (die am Sonntagabend runter waren) und ist auf die Bridgestone Bt003 umgestiegen, nachdem der (neue) Conti Medium am Samstag nach dem Rennen fertig war. Iggi hatte noch zwei Turns gebucht und fuhr in Gruppe D seine neue 1000er aus. Wir fieberten den Rennen entgegen. In der SSP Open ging es gut ab. Leider hatte unser dänischer Nachbar (Flemming, Startnummer 554, racepixx.de) einen Motorschaden direkt beim Start.
In der SBK Open startete Robert wieder von Platz 16. In einem harten rennen schlug er sich bis Platz 7 durch. Ein rutscher über beide Räder in der schnellen Linkskurve vor der Schikane (unten am Dorf) hätte Robert fast entschärft. In dieser Runde fuhr Robert eine Bestzeit von 1:34.529 (!). Ein sehr gutes Rennen mit wirklich schnellen Jungs wurde geboten. (Robert soll mal davon berichten).
In der Klasse SSP 750 Open gingen nur noch 12 Fahrer an den Start. Ich konnte aus Reihe 4 Starten und Stand neben der 916er Ducati an die ich am Vortag den 7. Platz verloren habe. Der Start war schlecht, ich kam als 9ter in die Linkskurve. Im Rennen fuhr recht konstant um die 1:40 und arbeitete mich konsequent nach vorne durch. Die SRAD von Peter Pscherer (Nr. 76) war keine große Hürde. Dann kamen die beiden Ducatis 748 und 916 von Frank Heß (Nr. 246) und Eric Seeling (Nr. 268). Die Jungs waren fix unterwegs. Beide holte ich auf der Bremse in im Dorf vor der Schikane und baute rasch Abstand auf. Es folgte eine Jagt mit der 848 Duc von Jochen Hlinetzky (Nr. 70) welcher beim Rennen am Samstag den 4. Platz erreicht hatte. Ich konnte gut mithalten und überlegte mir wo ich die DUC herbrennen werde. Entweder in der Spitzkehre mit dem Brunomanöver oder in der Schikane vor Start-Ziel. Bei dem Versuch aus der Ecke verschaltete ich mich und verkackte. In der Schikane hatte ich zu wenig Schwung war aber sehr dicht dran an der DUC. Ich gab alles und hatte ihn auf der Bremse! Am Anfang der letzten Runde überholte ich Jochen auf der Bremse in der schnellen links am Ende der Start-Ziel-Geraden. Das Manöver hatte ich im Training schon mal versucht und bin von der Strecke gefahren. Ebenso sollte es mir auch jetzt ergehen. Es kam wie kommen muss... Ich fuhr ins grüne und Jochen zog vorbei. Der 3. Platz war verschenkt. Jochen fuhr seine Spitzenzeit von 1:39.666 jedoch hatte ich seine Bestzeit mit 1:39.448 schon unterboten.
Am Ende reichte es für den 4. Platz welcher mit einem Pokal belohnt wurde. Nach dem Rennen ist mir beim freien ballern in Runde zwei der Gaszug gerissen. Ein Glück nach dem Rennen :-).
Es war ein gelungenes Wochenende für das Team Nasenbohrerz. Ich bedanke mich bei Bikepromotion für das gebotene und bei meiner einzigartigen Boxencrew und besonders meinen Teamkollegen.
Bilder folgen... lg Joshi
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Am 20.05 war es wieder so weit. Polli und Joshi haben sich für einen Tag Oschersleben mit Wilbers eingeschrieben. Ein paar Kollegen aus dem ZXR-Forum (Börni, Homer, ZXR-Jolli, Kleiner Onkel, Waldiwo) waren auch mit am Start. Spass garantiert! Mit der Truppe geht immer was :-).
Gefahren wurde in drei Gruppen wobei die Gruppenverteilung recht ungleichmäßig war. Auf Wunsch konnten wir jedoch problemlos in die schnelle Gruppe A wechseln. Das haben wir gleich am Abend der Anmeldung erledigt. Es waren ca. 18 fahrer in der Gruppe. Zu Anfang jeden Turns wurden zwei Einführungsrunden gefahren in denen man nicht überholen durfte. Das war sehr lästig und hat jedesmal 4 min von den 20 min Fahrzeit geraubt. Die Reifen haben auch Temperatur verloren. Auf Anfrage warum denn immer zwei "bummel" Runden gefahren werden wurde sinngemäß gesagt das es eine Sicherheitsvorkehrung wäre. Nagut hab das dann mal so hingenommen.
Der Streckeneinlass wurde von Benny Wilbers persönlich gemacht :-). Die Atmosphäre bei der Veranstaltung war recht angenehm.
Der erste Turn verlief für Polli ganz gut, ok das Fahrwerk passte nicht... . Ich hatte mit einem Ausfall nach den Shell-Esses das erstemal mit dem sog. "Lumpensammler" zu tun. Mein Mopped ist nach langen stottern und kotzen einfach ausgegangen. Erste Diagnose ergab Luft im Benzinsystem und einen geknickten Schlauch. Ok, alles entlüftet, Testfahrt vor der Box gemacht und auf in den zweiten Turn. Nach der ersten Kurve ging das gestotter und gekotze wieder los. Ich bin dann noch zwei oder drei Runden gefahren und dann Raus. Jetzt hiess es Tank runter und Gaser aufmachen usw. Habe die Schwimemrstände neu justiert, den Benzinschlauch gekürzt und mit ner Schelle versehen. Das war die Lösung :-). Das Mopped rannte danach wie noch nie zuvor. Hab es in dem Turn mal so richtig fliegen lassen. Die Rundenzeiten lagen recht konstant zwischen 1:40...1:43.
Bei Polli gab es massive Fahrwerksprobleme. Das Hinterrad stempelte stark, die Zugstufe ließ sich nur wenige Klicks verstellen obwohl das Federbein erst beim Service war. Der Einstellbereich war viel zu klein. Gut das wir durch Wilbers einen profimäßigen Fahrwerkservice kostenlos vor Ort hatten. Mit dem Hinweis das dass Hinterrad stempele und Negativfederweg hinten zu groß ist gab Polli das Mopped in die Hände vom Fahrwerkservice. Es sollte der Negativfederweg justiert werden. Das einzige das gemacht wurde war die Zugstufe voll zu zu- rammeln. Na gut man lernt nie aus... wenn der Negativfederweg zu groß ist, stellt man einfach die Zugstufe voll zu.
Wir haben dann mit Hakenschlüsseln den Negativfederweg so gut es ging angepasst. Das Stempeln wurde besser. Weitere Veränderungen brachten zwar bessere Resultate, aber ganz weg ging es leider nicht.
Zwei turns nach der Mittagspause hat es mich dann in der MC-Donalds geschmissen. Ich hatte einen Krampf im rechten Unterarm und bin zwei Runden langsam gefahren damit die Muskeln sich lockern können. Beim langsamen "rumschwuchteln" hab ich auf hangoff verzichtet und hab die Kurven nur durchrollt. Zack ging mir das Vorderrad weg. Während ich fiel hab ich gedacht: Fuck und nun noch drei Tage Most im Anschluss, Knochen kaputt, Karre kaputt... nun ja alles halb so schlimm. In voller Schräglage war ich dem Boden recht nah und hab mir nix getan. Das Mopped ist von der Strecke über die curbs in die Wiese gerutscht. Bis auf Auspuff, Ausgleichsbehälter und Verkleidung war nix beschädigt. Was ein glück. Die Schäden wurden beseitigt und ich bin an dem Tag noch ein paar Runden gefahren.
Es war ein geiler Tag bei schönstem Wetter...
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Nach nur kurzer Verschnaufpause vom Mittwochstraining in Osche, ging es am Donnerstag Mittag Richtung Most. Die Fahrt über die Dosenbahn war recht anstrengend, da durch den Feiertag (Herrentag) die A14 verdammt voll war. Gegen 16:30 war ich in Most und konnte nun erstmal bis 19 Uhr vor der Tür warten. Dr. Nasenbohrer erreichte das Ziel ca. 18 Uhr. Eine nette Bekanntschaft aus Schleiz gesellte sich zu uns womit das Warten erträglicher wurde.
Danach erstmal das Lager aufschlagen. Wir haben das Lager neben unseren dänischen Freunden Helle und Flemming aufgebaut. Ein Kollege von Robert (Eric) hatte sich ebenfalls noch zu uns gesellt. Ein nettes Abendmal in einer nahegelegenen Gaststätte rundete den Abend ab.
Freitag 22.05.
Das fahrwerk der 7er hatte in Schleiz und OSL einwandfrei funktioniert. Doch schon auf den ersten Metern des tschechischen Rundkurses fällt auf, dass hier garnichts funktioniert. Das Vorderrad liefert keinerlei Rückmeldung und zu allem Übel untersteuert die Fuhre unglaublich stark. Ich hatte das Gefühl eine bereiften Sack Nüsse zu reiten und nutzte den Turn nur noch dazu genommen, die Strecke kennenzulernen.
Nach Turn2 haben wir dann versucht das Fahrwerk in die richtige Richtung zu drehen. Doch wenn es mal in den langsamen Ecken funktionierte, war es das krasse Gegenteil in den schnellen Passagen.
Auch die Kupplung machte ein wenig Probleme. Manchmal hatte ich ausgangs der Kurven schlupf und musste kurz "zu machen" um das Durchrutschen zu unterbinden. Schließlich wollte ich ja nicht gleich am ersten Tag die nagelneuen Scheiben abfackeln. Kollege Robert hat es im zweiten Turn boese abgelegt. Ende der schnellen rechts nach dem Matador-Bogen ist ihm bei ca. 140 das Vorderrad weggerutscht. Robert ist mitten auf der Strecke zum liegen gekommen und ist dann so schnell wie möglich geflüchtet, da ja hinter Ihm die "Meute" angerast kam. Die schoene 10er ist im Kies gelandet. Die spuren hat man noch bis Sonntag gesehen. Robert ist nix passiert. Die Kombi ist wirklich gut und hat nun ein paar Kampfspuren mehr. Die 10er hat es gut zerlegt... Fußrasten beidseitig, Verkleidung und Impulsgeberdeckel. Die Reperatur hat fast den ganzen Tag gedauert. Gegen 15:30 war aber noch ein Turn drin. Jedoch lagen die Zeiten mit dem Vorne neu aufgezogenem Bt003 einige Sekunden zurueck. Die 1:46:6 die Robert im zweiten Turn vor seinem Abflug geballert ist konnte bis Sonntag nich mehr unterboten werden. Eine beeindruckende Leistung nach nur 12 Runden morgens um 10 diese Zeit zu brennen ;-).
Gegen Freitag Nachmittag haben wir dann erstmals ein halbwegs brauchbares Setup gefunden was uns erstmal Rundenzeiten unter 1:56min einbrachte. Diese Zeit sollte auch für den rest des Tages wie eingemeißelt stehen bleiben. Denn nach den wolkenbruchartigen Regen am nachmittag hat der Grip keine schelleren Zeiten mehr zugelassen.
Da das Freitagstraining was auch gleichzeitig das Qualifying ist, stand ich mit meiner 1:55 nur auf dem 17. Startplatz. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für den Start, soweit hinten zu stehen.
Wir haben dann erstmal unser klatschnasses Equipment nebenan bei den netten Dänen vorm Heitzlüfter getrocknet. Es hatte uns alle Sitzegelegenheiten durchnässt, da der Regen so plötzlich kam und wir die Seitenteile bis dahin noch nicht an den Pavillon gebaut haben. -> Regenschutz = Null. Der asphaltierte Boden verwandelte sich in reißende Ströme und alles was da Stand wurde klatsch nass.
Der Abend verlief weitestgehend unspektakulär. Bruno und ich haben fix noch mal die Kupplung ausgebaut um dem Rutschproblem auf die Schliche zu kommen. Vermutlich war abgelagerter Abrieb am Kupplungsinnenkranz, der für den Antihoppingeffekt zuständig ist, Ursache dafür, dass sich der Innenkranz nicht leichtgängig genug bewegen konnte. So hat der Innenkranz das Kupplungspaket durch verkannten in leicht ausgerueckter Position teils etwas die Kullpung geöffnet, bzw. ist nach durchrutschen beim Anbremsen nicht ganz in seine Ursprungsposition zurück gekehrt. Das Kupplungspaket ist so noch minimal getrennt und bekommt dann beim harten angasen Schlupf. Das rutschen trat nur sporadisch auf.
Nachdem wir den Innenkorb komplett getauscht, allen Abrieb entfernt und alles gereinigt hatten, wurde die Kupplung wieder eingebaut. Nun sollten unsere Freitagsaktivitäten dann auch enden und wir sind zum gemütlichen Teil im (beheizten) dänischen Zelt übergegangen. Dort sollte der Abend dann nasenbohrender Weise ausklingen ;-).
Samstag 23.05.
Der Samstag begann verheissungsvoll. In der Nacht hatte es wieder geregnet und ich habe für den Samstag schon das schlimmste befürchtet, denn ich hatte keine Regenreifen dabei. Doch sollte mich der Morgen eines besseren belehren, wir hatten strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Also erstmal Schachtgammel beseitigen, und in Ruhe Frühstücken dann stand auch schon der erste Turn und eine Menge Arbeit an.
Hauptaugenmerk lag immernoch auf dem Fahrwerk, stand doch am Nachmittag das erste Rennen an. Ich hatte dann in der schnellen Links auf der Gegengeraden einen heftigen Rutscher. Im 5. Gang bei ca 200km/h riss plötzlich der Grip am Hinterrad ab und bestätigte das Ende für den Bt002. So haben wir in der Pause nochmals das Fahrwerk angepasst und hinten eine neue Pelle aufgezogen.
Im nächsten Turn konnte ich dann nochmal 1,5Sekunden finden. Meine schnellste Runde war nun eine 1:54 was mich immernoch alles andere als zufrieden stellte, lag die Zeit doch weit hinter meinen Erwartungen zurück.
16:25Uhr Start zum 1.Lauf:
Mit gemischten Gefühlen und einer (blöderweise) randvollen Blase gings in die Outlap zur Startaufstellung. Ich musste so sehr pinkeln dass ich mich garnicht zu konzentrieren vermochte. Bei jedem anbremsen drückt der Tank auf die Blase, ich hab für's Rennen schon das schlimmste befürchtet. Aber in der Warm-Up Runde war dann die Konzentration voll da und vom Pippigefühl nichts mehr vorhanden. Ich habe den Wellenstart der Warm-Up Lap für einen Startversuch genutzt um mal zu schauen wo man da den Bremspunkt vor der engen Schikane setzen kann/muss. Die 7er geht gut, wieder einmal mehr zeigte sich das denn das Vorderrad hatte sich bis zum Ende der Boxenmauer vergeblich um Bodenkontakt bemüht ;-).
Startaufstellung, Ampel auf rot....Ampel aus -> GOOOOO!!! Obwohl ich das Gefühl hatte den Start etwas verpennt zu haben, kam ich nicht als schlechtester vom Grid. Mein vermeintlich schlechter Startplatz erwies sich gegebener maßen als Glück im Unglück. Während der Rest rechts neben mir mitten im Pulg war und schlecht weg kam, konnte ich wieder im Wheely ganz links aussen an der kompletten Startreihe vor mir und einigen anderen Kontrahenten vorbei fahren. Da ich in Most noch nicht gestartet bin, hatte ich keinen Schimmer wo sich das Feld zusammen stauchen würde um sich in die enge Schikane am Ende von Start/Ziel zu sortieren. Bremsen, Gasgeben, nochmal bremsen und abermals leicht ans Gas um dann wieder zu bremsen. Diesen Start würde ich gerne aus dem Gedächtnis Streichen. Trotz allem konnte ich mich irgendwo um Platz 10-12 aus der Schikane raus drängeln.
Ich versuchte so gut es ging mit den schnelleren vor mir mitzuhalten um mich etwas ziehen zu lassen. Aber gerade in den Problemzonen, die schnellen Ecken wo man weit runter musste und beim harten Anbremsen der Schikane hab ich viel Zeit verloren und musste abreissen lassen. Unser bis dato erarbeitetes Fahrwerkssetup hat es einfach nicht hergegeben. So hab ich mich darauf konzentriert die Meute von 5 oder 6 Fahrern die mir direkt am Heck klebten bis zum Rennende hinter mir zu halten. Am härtesten wurde ich von Markus Niski auf seiner Gixxer attackiert. Die K6 (wenn ich es richtig gesehen habe) geht mal mächtig stramm vorwärts, und so hatte mich Markus auf der Start/Ziel mehrfach überholt. Dabei kam es ihm noch zu Gute, dass er schneller aus der letzten Rechts auf die Gerade einbog. Beim ersten Versuch hatte er sich eingangs der Schikane leicht verbremst und musste weit gehen. Ich konnte wieder innen durch ziehen und ihm in der nächsten Links die Tür vorm Ranzen zu werfen. Zwei Runden darauf das gleiche Spiel, doch diesmal hatte Markus den Anker einen Tick zu spät geworfen und musste den "Notausgang" nehmen. Sehr fair und ohne sich einen Vorteil zu verschaffen hat er sich, nachdem ich vorbei war, wieder an mich ran gehängt. Im Kurvengeschlängel bin ich konstant Kampflinie gefahren. Das hat zwar immer etwas Zeit gekostet, aber ich sah darin die einzige Chance den Rest hinter mir zu halten. Die Taktik sollte aufgehen, auch gegen Ende als ich Unterarmkrämpfe bekam. Markus hat mich bis zur Zielflagge heftigst aber fair attackiert und so bin ich mit lediglich einer halben Radlänge vor ihm über die Ziellinie gefahren. Was ein Finish, danke Markus! Die Rundenzeit ist mit einer 1:53:3 im Rennen nochmal etwas gefallen und zeigte auf, dass da nochwas gehen sollte. Am Ende des Tages nach dem letzten Turn habe ich nochmal den Fahrwerksspezi besucht (Zsolt Berki). Nach ein, zwei Klicks sollte es dann für dann Samstag gewesen sein. Getestet werden die neuen Settings dann am Sonntag.
Abends haben wir uns dann wieder gemütlich bei Flemming und Helle niedergelassen und den Tag gemütlich bei Bierchen und Smalltalk ausklingen lassen. Als ich im Zelt auf der Matratze lag ging mir dann noch ein paar mal die Strecke durch den Kopf und die Passagen wo ich am meisten Zeit verliere. Nach meiner Rechnung müssten da noch zwei Sekunden drin sein, der Sonntag wird zeigen ob es denn so ist.
Sonntag 24.05.
Nach einer durchwachsenen Nacht begann der Sonntag aber wieder sehr schön. Von beginn an hatten wir absolutes Kaiserwetter. Gleich zum ersten Turn bot die Strecke reichlich Grip und ich konnte die Abends gemachten Fahrwerkseinstellungen testen. Tatsächlich waren die Einstellungen ein Schritt in die richtige Richtung. Bereits in der 3. Runde konnte ich mit einer 1:53:7 fast an meine schnellste Rennrunde vom Vortag anknüpfen. Motiviert bis in die Haarspitzen musste ich dann aber raus in die Box. Die Bremse hatte plötzlich deutliches Fading und der Druckpunkt ist stark gewandert. Schon am Vortag hatte ich gemerkt, dass sich da was anbahnen könnte.
Zusammen mit Polli, der am Samstag mittag nachgereist kam, und Bruno haben wir dann nochmal die Bremse gecheckt und entlüftet. Es hatte sich tatsächlich eine Luftblase eingeschlichen. Woher diese kam ist unklar, hatte die Bremse doch vorher in Schleiz und Osche einwandfrei funktioniert. Evtl. lag es an dem Abflug in OSL wo das Bike auf der rechten Seite lag. Auch die CRQs hatten sich deutlich dem ende genähert wodurch sie kurzerhand gegen angefahrene EBC HH getauscht wurden. Im zweiten Turn ging der Anker dann recht ordentlich und ich konnte meine Bestzeit nochmals etwas runter schrauben.
14:00Uhr Start zum 2.Lauf
Wieder von Startplatz 17, aber mit etwas dezimierten Fahrerfeld startete der 2.Lauf. Diesmal hatte ich einen Bombenstart und katapultierte die 7er an den meisten meiner Gegener vorbei und kam auf Platz4 aus der Schikane. Beim anbremsen am Matadorbogen hat sich einer der SSP-Open Fahrer an mir vorbei gebremst, den Rest konnte ich noch ein bischen hinter mir halten. Aber schon im nächsten langsamen Abschnitt an der Schikane verlor ich wieder Zeit und ein paar Plätze. Die Rundenzeiten waren diesmal konstant bei 1:51min.
Die schnellste Rennrunde mit einer 1:51:007 hatte ich in der siebten Runde. Nach der 3. Runde hatte sich das gesamt Fahrerfeld sortiert, einige aus der SSP-Open musste ich leider noch ziehen lassen. Mit etwas mehr Risiko hätte ich an dem ein oder anderen vielleicht dran bleiben können, wollte aber keinen Sturz riskieren. Schließlich ginge es bei diesem Kampf um nichts ausser meinem Stolz. Mein erklärtes Ziel war es, Punkte für die Meisterschaft zu holen, mehr als im ersten Lauf.
Ab Runde4 war das Rennen recht ereignislos. Ich hatte Luft nach vorne, fuhr für mich allein. Nur von hinten sollte Franz auf der seiner zornigen IDM ZXR750RR noch etwas Boden auf mich gut machen. Wie ich im nachhinein erfuhr, schrumpfte mein Vorsprung auf ca 1sek bis zur vorletzten Runde. Dann hatte Franz aber einen heftigen Verbremser ende Start/Ziel. Die verlorenen Meter konnte er dann bis zum Ziel nicht mehr aufholen. So fuhr ich mit 5sek einen recht ungefährdeten 10. Gesamtrang und Platz 3 in meiner Klasse ein. Erfreulich war neben der Platzierung und der Punkte auch dass ich dieses mal keine Probleme mit Unterarmkrämpfen hatte.
Im Anschluss an das Rennen haben wir zusammen gepackt und haben auch direkt nach der Siegerehrung die Heimreise angetreten. Die Heimfahrt war alles in allem wieder unspektakulär. Ich war müde und sau froh als ich endlich zu Hause war. Insgesammt ein recht geiles WE bist auf die Stuerze von Eric(der dann leider nicht mehr fahren konnte) und Robert, sowie der Gertiebeschaden von Robert(der dann im Rennen vom 5. auf den 11. Platz durch Ziel ist) und die Kupplungs und Fahrwerksprobleme bei Flemming und mir war alles andere voellig genial und ist super gelaufen. Danke an Bikepromotion und alle die noch mit dabei waren.
Bis zum nächsten mal.
lg Joshi
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Anreise Sonntag:
Die Anreise war sehr entspannt. Da ich von Dorndorf (bei Jena) aus zum Sachsenrinf fuhr waren es nur 120Km. Gegen 17 Uhr bekam ich einen Anruf von Robert, der schon in Hohnstein-Ernsttal eingetroffen war. Ich machte mich auf den weg und war in ca. 1,5h dort.
Das Fahrerlager durften wir jedoch erst 20Uhr betreten da die IDM noch am abreisen war. Wir bauten alles soweit auf und freuten uns auf das Training am nächsten Tag. Die technische Abnahme war etwas nervenaufreibend. Wegen der Lautstärkebestimmungen wurden die Auspuffanlagen und Luftfilter besonders genau begutachtet. Es kam zu disskusionen über ein Titanzwischenrohr von der GSXR an meinem Brenner, angeblich nicht Original und Modifiziert. Lautstärke des Bikes war jedenfalls OK, dann wurden die Oelablasschraube und der Oelfilter bemängelt, weil dort die Sicherungsdrähte fehlten. Das ich deshalb noch nie ärger bekommen habe wollte der gute Mann garnicht verstehen. Ich kam mir vor wie bei einer Polizeikontrolle wo ein scharfer "Jungbulle" nun unbedingt etwas finden wollte. Technische Abnahme trifft es auch nicht ganz, es war eher eine Lautstärke und Oel-Schraubensicherungsabnahme denn nach Bremsbelagstärke, Festsitzen der Achsen, Druckpunkt Bremse, Achsensicherungsplint und Reifenzustand wurde irgendwie garnicht geschaut. Egal am ende durfte ich meinen Aufkleber holen und war uebergluecklich.
Montag:
Recht später Start gegen 10 Uhr, schnelle Gruppe. Rauf auf den Bock und los. Die ersten zwei drei Runden waren sehr schön, Linie suchen, blinde Kurven alles halb so wild. Ich habs mir viel schlimmer vorgestellt (man soll sich nicht immer auf Erfahrungen anderer verlassen und sich dann falsche Vorurteile machen). Zeit den Hahn auf zu machen. Es gab Passagen da konnte ich mich recht schnell mit anfreunden. Die Sachsenkurve sowie die Queckenberg gingen schon recht fix. Auch die Tipps von den Kollegen brachten Licht ins dunkel. Den Bremspunkt ende Start/Ziel konnte man getrost nach dem Huegel setzen. Da ging viel auf der Bremse und ich konnte dort viele Moppeds überholen.
Die links (Audibrücke) gefiehl mir auch sehr gut. Ich merkte das dort viel Potential liegt, denn diese Kurve kann und muss man recht schnell nehmen. Es geht nach der Kurve bergauf und man verliert Schwung wenn man dort nicht schon richtig reingedonnert kommt. Auch hier habe ich viele der Jungs außen überholt. Die folgende blinde Doppel-Links macht saumäßig spass. Aufpassen musste ich das ich im oberen Teil nicht zu früh an den Innekerb gehe, denn es wurde dann teilweise knapp und die Strecke ging mir aus. Hier abfliegen ist recht mies.
Knifflig sind die rechts kurven, da der Reifen rechts etwas kälter wird hatte ich rutscher über beide Räder mitten im Omega und beim Angasen. Das war im zweiten und dritten Turn schon viel besser. Laptimer hatten wir nicht angebaut, aber die Handstopper sagten was von 1:45.
Nach der Mittagspause fing der Regen an, was wir da noch nicht wussten war das es bis Mittwoch nicht mehr aufhören sollte. Als es etwas weniger wurde wagte ich ein Turn im Nassen. Ich wollte mal sehn wie sich die BT002 Rennreifen bei Regen verhalten. Es war grauenvoll bis unerträglich. Keine Traktion keine Kurvengeschwindigkeit moeglich. Beim Rausbeschleunigen ging das Bike fast immer quer. Nach 4 Runden unten in der Sachsenkurve plotzlich Fehlzuendungen. Motor aus, elektronik abgesoffen.
Den Schaden konnte ich recht schnell beheben und das einpacken der Elektronik in eine Plastetüte wirkt wunder ;-). Wegen Regen und mangels Regenreifen bin ich dann nicht mehr gefahren.
Teamkollege Robert hat es gleich im ersten Turn in Runde sechs oder sieben in der Sachsenkurve geschmissen. Wie sich das gehört hat er ordentlich am Kabel gezogen und war so schnell, dass Ihm das Vorderrad weggerutscht ist. Robert ist samt Mopped ca. 30m auf der Strecke gerutscht und dann noch etwa 50m durch den Kies gepurzelt.
Gut zu erkennen ist die Spur durch den Kies. Robert war recht schnell bei dem Abflug. Das Mopped konnten wir zwischen den Turns wieder richten so das Robert den zweiten Turn schon wieder fahren konnte. Gegen ende des zweiten Turns wurde ich von Robert überholt. Ich hing mich dran und lernte dazu. Leider waren es nur knapp zwei gemeinsame Runden bis der Turn zu ende war.
Gerade im Faherlager angekommen kam ein Streckenposten welcher die Phonmessung betreute. Roberts ZX10R lag mit 94db leider über der maximal zulässigen Schallintensität. Die kritische Messstelle befand sich rechts am Anfang der Start/Ziel Gerade, also genau da wo man mit voll offenem Mischer den Berg hochgeknallt kommt. Lange Rede kurzer Sinn Robert durfte nicht mehr auf die Strecke und das Trotz originalem Endtopf sowie Luftfilter. Einzig der Krümmer war von einem anderen Hersteller. Nach kurzer Diskussion ist Robert nach Coburg (400km) gefahren um den Serienkrümmer zu holen. Er war gegen 16 Uhr zurück und konnte den letzten Turn noch mitzynden. Abgesehen davon, das dass Mopped mit dem Krümmer besser lief, war es nicht leiser als vorher. Bedingt durch den Regen und die geringe Anzahl an Moppeds auf der Strecke wurde der Phonmessung keine große Beachtung mehr geschenkt. Die Lautstäkremessung darf im Tagesgesammtmittel den Grenzwert nicht überschreiten. Sogar KTM's mit Akrapovic Töpfen und eine unheimliche laute Daytona knallten nun auf der Strecke rum. Dagegen war das Fahrgeräusch der 10er ein leises säuseln... Aufgeregt hat sich dann aber niemand mehr.
Dienstag:
Gegen 9 Uhr ging es ab in die Kombi. Alles war fertig, der Motor lief und ich wollte gerade losballern als es mit Regnen anfing. Was war das?? Regen den ganzen Dienstag. Ich bin nicht einen Meter gefahren (keine Regenreifen). Der Wetterbericht brachte nur schlechte Vorhersagen für den Tag. Robert ist mit Regenreifen den ganzen Tag gefahren und hat seine hintere Pelle in einen Regenslick verwandelt. Seine Zeiten im Regen lagen am Nachmittag so um die 1:47. Alle die Regenreifen hatten sind gefahren.
Als die Prognose für Mittwoch nicht besser sein sollte habe ich beschlossen mir Regenreifen zu kaufen...
Mittwoch:
Versuch mal an einer Rennstrecke mitten in der Woche Regenreifen zu bekommen... Totale Fehlanzeige. Die Händler im Dorf haben nur mit den Schultern gezuckt und uns mit Sprüchen abgespeist. Robert brauchte einen neuen für das Hinterrad und ich einen Kompletten Satz. Durch Zufall war in einer der hinteren Boxen ein Mechaniker von PZ-Racing am Start die eine ganze Wechselbrücke vor der Box voller Reifen hatten. Nach kurzem Telefonat mit seinem Cheff konnten wir die begehrte Ware einsacken. Nur noch Aufziehen und dann los. An dieser Stelle danke an Miro und Kollegen für die Nutzung des Abdrückers, der Hebel, der Wuchtmaschine und die helfende Hand.
Mein erstes mal mit Regenreifen war sehr Komisch. Nach einer Runde war Rennabbruch. Robert hat es gleich in der ersten Runde mit Highsider in der Coca-Cola abgeworfen. Er ist hart auf der linken Schulter und dem linken unterarm aufgeschlagen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und etwas ruhiger als sonst haben wir dann erstmal Mittag gemacht. Man lernt daraus das neue Regenreifen im Regen eine lange Einfahrzeit haben. Bei mir hat es ca. 20 Runden gedauert, bis der Grip anständig wurde. Fahren im Regen geht besser als ich dachte ;-).
Nach dem Essen und etwas Schmerzgel hat sich Robert wieder in die Kombi gezwengt und ist weiter gefahren. Der Kerl ist ein Berserker! Wir fuhren so unsere Turns und erhöhten immer wieder das Tempo. Die Strecke trocknete allmählich ab und wir fuhren einen Turn zu dritt. Kurz zuvor ist der Gralssucher vorbeigekommen um mal hallo zu sagen.
Die Runde war recht fix und ich bin hinter Robert hergefahren. Die Queckenberg Kurve bin ich dann mal Roberts Linie gefahren die nochmal schneller als meine war. Ein kurzer Blick nach hinten zeigte mir das David mit der 1000er CBR dicht hinter mir war. Roberts 10er zog auf der Geraden auf und davon... Also alles geben auf der Start/Ziel, den Bremspunkt ein paar Meter später setzen um die Meter wieder gut zu machen gegen die beiden 1000er. Die Strecke war nur noch leicht nass jedoch kam es beim Anbremsen der CocaCola zu einem kurzen aber sehr heftigen Vorderradrutscher wobei das Mopped zur Seite wegrutschen wollte. Sofort lies ich die Bremse los und es kam zu sehr sehr heftigem Lenkerschlagen. Ich war nur noch Passagier und versuchte auf dem Mopped zu bleiben. David war genau hinter mir und meinte es sah aus wie beim Rodeo. Das Heck tanzte wie wild hin und her...
Bin dann links von der Strecke abgekommen und durch die Boxengassenauffahrt geballert. Habe dabei einige der Pilonen mitgenommen, die aus weiter Entfernung hoch durch die Luft geflogen sind. Der Speed lag bei geschätzten 150 km/h. Ich hab links die Leitplanke gestriffen und bin knapp an einem Reifenstapel vorbei (den Reifenstapel sieht man im 4. Bild rechts neben die Stoppschild). Dann hab ich das Kiesbett gefühlt und hab nochmal gebremst und mich dann vom Motorrad weggestoßen. Alles ist innerhalb weniger Sekunden passiert. Es ging so schnell das ich kaum was gemerkt habe.
Das Mopped ist mit dem Hinterrad in die Wand eingeschlagen, ich lag ca. 1m von der Wand entfernt. Bin aufgestanden und hab erstmal die Zyndung ausgemacht, da meine Benzinpumpe munter gepumpt hat. Und das Zeug ist ja nicht billig ;-). Hatte nur schmerzen am rechten Unterarm und rechtem Fuß. Beim rechten Stiefel war der Reißverschluss aufgerissen. Ich muss irgendwo beim Abflug hängen geblieben sein.
Die Streckenposten waren schnell da und fuhren mich zu den Sanitätern. Mir ist bis auf ein paar blaue Flecke nix passiert. Das Mopped hat es da schon krasser erwischt: Verkleidung komplett, Felge + Reifen hinten, Bremse hinten die Ankerplatte abgerissen (das hat vermutlich zum Unfall beigetragen, weil normal hätte sich das Bike nach lösen der Vorderradbremse wieder fangen müssen), Scheibe, Bremshebel, Ausgleichsbehälter, Tank verbeult, Ram-Air Kanäle gesplittert, Geweih und Drehzahlmesser. Ich hab im Bremsflüssigkeitsbehälter Kies gefunden! Total krass.
Alles in allem ein heftiger Abflug mit hoher Geschwindigkeit bei dem viel mehr hätte passieren können. Dennoch ist das Risiko auf einer Rennstrecke wirklich ernsthafte Verletzungen davonzutragen deutlich geringer als im Straßenverkehr. Das hat sich mal wieder gezeigt. Klar hätte der Abflug nicht sein müssen. Aber nach genauer Untersuchung der Bremsankerplatte zeigte sich das die Bremse hinten während des Bremsmanövers abgerissen sein muss. Die Einschläge an verschiedenen Stellen in der Felge beweisen das dass Rad noch einige Umdrehungen gemacht haben muss bevor die Bremszange dann am Bremsschlauch hängend über den Asphalt gepurzelt ist. Auch hat die Zange viel Abrieb vom rutschen über den Asphalt. Wäre die Bremse erst im Kiesbett abgerissen dann wären die Spuren an Felge und Sattel nicht so heftig. Alles reperabel. Neue Verkleidung ist schon gekauft jedoch werd ich den IBPM6 Lauf in OSL wohl nicht mitfahren können.
Fazit:
Trotz abflug... Sachenring ist geil! Geniales Layout, Berge, guter Asphalt und anspruchsvoll. Jederzeit wieder!
Danke an das BoSee-Team, den Jungs und Teammembern für die tollen drei Tage.
Joshi
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Sonntag - Anreise
Wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, verzögerte sich die Abreise von Bruno und mir gen Brünn mal wieder. Ursprünglich wollten wir gegen 10 Uhr in See stechen - um halb 2 waren wir dann unterwegs. Das Hauptproblem war diesmal schlicht und ergreifend der mangelnde Platz für die ganze Ausrüstung. Mit etwas Improvisationsvermögen und jeder Menge Spanngurte bekamen wir letzten Endes doch noch alles irgendwie unter und schipperten bis unter die Dachkante vollgeknackt endlich los. Da ich während der vorangegangenen Nacht jedoch nicht geschlafen hatte, musste der am Unterarm noch eingegipste Biber schon bald das Ruder übernehmen und fast die komplette Strecke nach Brünn abspulen. Die Fahrt an sich verlief unspektakulär. Einzig die Buckelpiste von Autobahn um Brünn und die besch... Beschilderung sorgten gegen Ende noch etwas für Unmut. Wir erreichten also gegen 22 Uhr zeitgleich mit Joshi, der kurzfristig Urlaub bekommen, und sich dazu entschlossen hatte, als Boxenluder mitzukommen, das Fahrerlager. Nachdem wir dann im Flackerlicht der Straßenlaternen das große 5-Mann-Zelt in der Nähe der Toiletten aufgebaut (jeder,der uns kennt, weiß warum ein solcher Standort von Vorteil ist ;-) ...), das wichtigste Zeug verräumt und die Mopeds (ich hatte die TL als "eiserne Reserve" mit auf den Hänger gepackt) abgeladen hatten, gingen bei uns, geschlaucht von der Anreise, nach `nem kurzen sit-in bald die Lichter aus.
Montag
Die engelsgleiche Stimme des Veranstalters, welche über Lautsprecher durchs Fahrerlager hallte und zur anstehenden Fahrerbesprechung einlud, riss mich jäh aus meinem narkotischen Tiefschlaf. Also raus aus der Horizontalen und erstmal ab zur Anmeldung und technischen Abnahme. Außer einem vermeintlich zu lockeren Lenkkopflagerspiel gab`s nix zu beanstanden. Der Zeitplan für Montag sah vor, dass bis zur Mittagspause um 13 Uhr in Gruppen, wahlweise instruktorgeführt, jeweils 3x20 Minuten, und danach bis 18 Uhr frei gefahren werden sollte. Da ich noch nie in Brünn gefahren war und die aufgezogenen Pellen (vorne Superbike Slick; hinten BT002) schon einige Kilometer auf dem Buckel hatten, entschied ich mich es am ersten Tag etwas ruhiger angehen zu lassen und mir zunächst mal die Linie vom Instruktor zeigen zu lassen. Laut dem Wetterbericht sollten die 3 Tage allesamt ähnlich warm um die 25°C werden. Somit würde ich noch genügend Gelegenheit bekommen mich "auszutoben". Einer der Instruktoren nahm sich darauf hin noch ca 20 Minuten Zeit uns Frischlingen Nützliches rund um`s Mopedfahren anhand einer kleinen Powerpoint-Präsentation näherzubringen. Genug der Theorie: Ich will fahhh`n ! Falls ich nach dem Erklimmen der Sitzbank mal keinen Lenker vor mir haben sollte, dann wusste ich nun wenigstens, dass meine Chancen auf Abhilfe in dieser misslichen Situation gar nicht so schlecht stünden, wenn ich den Vorgang der "Besteigung" des edlen Rosses mit dem anderen Bein und einer vorhergehenden Körperdrehung um ziehmlich genau 180° um die Längsachse beginnen würde.
Also konnte ja eigentlich nix mehr schiefgehen. Kuhfell an, Mütze auf und ab in die Boxengasse. Dort warteten schon die anderen Schäfchen auf ihren guten Hirten in Form eines schnauzbärtigen Instruktors, der es trotz seiner nicht zu verachtenden Körperfülle verstand, ordentlich am Kabel seiner Kilogixxe zu reißen, wie ich beim späteren freien Fahren feststellen konnte. Insgesamt waren es 6 Untergruppen, eingeteilt nach Fahrpraxis, mit je einem Instruktor, die etwas zeitversetzt in den 3 Vormittagsturns auf die Strecke gewunken wurden. Nach standesgemäßem Anschieben der ZXR fuhr ich als letzter meiner Gruppe raus. All das wiederzugeben, was sich während der ersten, wenn auch im Sprit-Spar-Modus gefahrenen, Runden in meinem Kopf abspielte, würde schlicht und ergreifend den Rahmen eines solchen Berichtes sprengen. Auf eine sehr positive Art und Weise benommen von der Austrahlung dieses knapp fünfeinhalb Kilometer langen Asphaltbandes im tschechischen "Niemandsland" rollte ich Nasenbohrer auf den Spuren von Lorenzo, Rossi und Co., welche sich hier ziehmlich genau eine Woche zuvor zu Kaffe und Kuchen getroffen hatten. Sogar Bilder aus meiner Kindheit, als ich Sauwanst wie gebannt vor der Glotze hing und bei den 250er Rennen von Waldmann, Fuchs und Jacque gegen Biaggi, damals glaub ich noch in der ARD, daumendrückend mitgefiebert hab, kamen irgendwie hoch. Vergiss Oschersleben, Hockenheim und all die anderen Retortenstrecken und fahr nach Brünn !!! Den Rest des ersten Turns schwebte ich also brav meinem Grüppchen hinterher und sog die Atmosphäre des Masaryk-Rings in mich auf. Nicht nur meine Wahrnehmung, sondern auch der Benzinverbrauch ( Scheiße, die ZXR hat gesoffen wie ein Loch ! ) und folglich das Tempo änderten sich in den beiden darauffolgenden Turns. Einziges Problem dabei war, dass die einzelnen Untergruppen beim Auflaufen und Überholen von langsameren vorherfahrenden Gruppen zerrissen wurden und man bald, mehr oder weniger planlos, durch´s Feld pflügte. Gestört hat mich das allerdings nicht besonders, da die Geschwindigkeit innerhalb meiner Gruppe eh nicht all zu hoch war, und die vermeindlichen Einlenkpunkte bzw die Ideallinie vor Beginn des ersten Turns vom Veranstalter mit Pylonen an den Innen- und Außenseiten der Strecke "abgesteckt" worden war(en). Somit machte ich mein eigenes Ding und versuchte mir den Streckenverlauf einzuprägen ohne jemandem die Linie zu kreuzen.
Zurück im Fahrerlager wurden nach jedem Turn von Joshi und Bruno die Heizdecken aufgezogen, getankt und die Batterie geladen (Lima gibt`s bekanntlich nicht). Das grenzt schon an Luxus, wenn man sich nach dem Fahren einfach in seinen Klappstuhl im Schatten des Pavillon brezeln kann, ohne sich noch um`s Moped kümmern zu müssen. Im Laufe des Vormittags knüpften wir dann noch Kontakt zu unseren Nachbarn im Fahrerlager. Zum einen waren da Joachim und seine Frau Petra. Die beiden verbanden die 3 Tage Brünn mit `nem anschließenden kleinen Urlaub. Demzufolge ließ es Joachim (wohl auch wegen seines halben Jahrhunderts auf`m Buckel) ziehmlich ruhig angehen, nachdem ihm Joshi die Vergaser seiner R1 eingestellt hatte, die davor nur am Stottern und Spucken war. Daneben hatten noch zwei Scheißer (= ostdeutsch für 19-jährige Jugendliche männlichen Geschlechts ;-) ) aus der Pfalz ihr Zelt aufgebaut. Einer von den beiden war mit `ner Ur-Mille am Start, der andere, der mich aufgrund seiner "Wortgewandtheit" (ha,ha) irgendwie an Silent Bob erinnerte, sein Boxenluder. Die beiden taten uns einfach leid, da sie wohl schon seit frühester Kindheit von ihren rücksichtslosen Eltern mit Ossi-Sprüchen lingual vergewaltigt wurden. Also versuchten sie sich nun immer wieder in Form von putzigem Piepsen (einfach goldig, die kleinen Scheißerchen !) zu profilieren, indem sie versuchten, ihre Männlichkeit, Wortgewandtheit und das schier grenzenlos große eigene Ego, gepaart mit der üblichen Selbstüberschätzung, beim Versuch diverse "Drüben-Anekdoten" zu platzieren unter Beweis zu stellen. (Zunächst hatte es mich amüsiert, später langweilten mich die plumpen Sprüche eigentlich nur noch) Also, gib dem Affen Zucker. Auf Josef`s "Hausmarke" und Bruno`s "langen Atem" hatten die Beiden keine Antwort parat, wahrscheinlich aber eine Geschichte mehr über die Primaten aus`m Osten in ihrer Heimat zu erzählen :-). Sympathisierend mit meinen beiden Teamkollegen blies ich also gelegentlich ebenfalls mit ins Horn. Allein der Gedanke an eine Situation beim abendlichen Grillen, als Joshi seinen Arm um Silent Bob`s Schulter legte, der neben ihm auf einer Bank saß, und ein "mehrstrophiges Posaunensolo" allererster Güte in den lauen Sommerabend schmetterte ohne die Mine zu verziehen, treibt mir auf Anhieb wieder vor lachen die Tränen in die Augen ! Nein, im Ernst. Die beiden hatten `ne Kaffemaschine und `nen kleinen Kühlschrank zum Bier kühlen - wir `nen Pavian zum Schutz vor der Sonne -> also passte das schon. Um etwas vorwegzugreifen: Wettermäßig hatten wir das große Los gezogen. An allen 3 Tagen strahlender Sonnenschein um die 25°C. Montag sowie Dienstag wehte dazu ein angenehm kühlendes Lüftchen, nur am Mittwoch wurde es etwas schwüler und die Asphalttemperaturanzeige in der Boxengasse stieg auf 47°C. Nach der Mittagspause stand dann endlich das freie Fahren auf dem Programm. Schnell noch den Transponder an der Dicken verzurrt und ab in`s Gewühl. Man mag Brünn zwar als die Autobahn unter den Rennstrecken bezeichnen, das heißt (zum Glück) aber nicht, dass es sich um ein reines Knallgasoval handelt.
Hier mal `ne Runde auf meiner ZXR: Start/Ziel durchbeschleunigen bis in die 6. Welle. Die erste Rechts ist eine schöne schnelle Ecke. Also recht spät von aussen auf ca. 3 Meter zum Innenkerb hin anbremsen. 2 Gänge runter. Kurze Rollphase - man spürt das Vorderrad in ordentlicher Schräglage gut arbeiten. 21,22, sachte ans Gas und den Innenkerb des folgenden Vollgas-Linksknicks anvisieren. Es braucht `n bisschen Kraft die Fuhre von Rechtsschräglage auf links rumzuwuchten. Leichte Felgen sind dort sicherlich kein Nachteil ! Hahn auf und im 6. Gang über die anschließende Gerade. Es folgt die erste Kombination. 90° links, 90° rechts. Wieder spät und hart anbremsen. Die Bodenwellen dort machen es einem nicht grad leichter 3 mal runterzuschalten. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hält man mit Schmackes in die Links rein und wird entsprechend weit nach aussen getragen, was einem allerdings die Anfahrt der Rechts erschwert, oder man lenkt den ersten Linksknick erst sehr spät ein und kann dann schön unter Zug die Rechts angehen. Nachdem ich ein "paar" Runden abgespult hatte, gings dann auch mit `nem kleinen "slide" raus auf den Aussenkerb. Jetzt geht`s bergab. 2 rauf, 2 runter. Mich an den Bremspunkt des ersten der beiden Rechtsbögen heranzutasten hat sehr lange gedauert. Vor allem lag das daran, dass der Streckenverlauf vor der Kurve wesentlich steiler abfällt als danach. Zudem wird die Ecke ganz schön eng, wenn man mit schlingernder Karre zu optimistisch reinhält. Am Ende hab ich mich an dem leuchtend blauen (Scheiß ??? -) Haus hinter der Streckenabsperrung ganz gut orientieren können. Wenn diese Kurve nach aussen etwas mehr überhöht wäre, könnte man dort noch wesentlich schneller reinknallen, ohne sich Gedanken um den Grip am Vorderrad machen zu müssen - aber das macht ja den Reiz aus ! Danach leicht aufrichten und nochmal kurz den Mischer betätigen. Von ganz aussen gehts durch den zweiten Rechtsbogen, um anschließend auf eine ewig lang scheinende Links zuzuhalten. Rein gefühlsmäßig die langsamste Stelle der ganzen Strecke. Die Breite der Piste an dieser Stelle lässt eine Vielzahl an Linien zu, ist allerdings zugleich etwas irritierend. Dort gehts ordentlich schräg um`s Eck. Man muss sich innerlich überwinden schon früh an`s Gas zu gehen um am Kurvenausgang den Aussenkerb zu treffen. An dieser Stelle war ich froh, mir Stiefelkantenschleifer aus Keramik besorgt zu haben, sonst hätte ich die neuen Treter wahrscheinlich spätestens nach den 3 Tagen in die Tonne kloppen können. Unmittelbar im Anschluss folgt eine weitere Links-Rechts-Kombination. Diese ist von den Radien und der Geschwindigkeit ähnlich der ersten. Wenns gut läuft, oder die hintere Pelle am Ende ist, malt man ausgangs der Rechts wunderschöne schwarze Striche auf den Asphalt bevor es mit offenem Schieber die nächste Gerade bergab geht. Schön, wenn am Bremspunkt der folgenden Rechtskurve richtig Druck an den Zangen anliegt. Zwei Gänge runter und abwinkeln. Man nimmt dieser Kurve, deren Ende der tiefste Punkt der Strecke ist, etwas den "Schrecken", indem man beim behutsamen Gasaufziehen ruhig etwas früher aufmacht und sich weiter nach links treiben lässt. Das Vorderrad ist hier wieder besonders gefordert, weil die Strecke auch hier nach aussen abfällt. Den eingelegten Gang durch die Senke ausdrehen - ich hätte mir an dieser Stelle 1 bis 2 Zähne weniger am Kettenrad gewünscht, da ich ein paar Meter am Begrenzer schredderte (15/48) - bevor man eine weitere, sich an den Hang schmiegende, Links-Rechts-Variante bergauf anbremst. Einen runter und rein in die recht enge Links. Umlegen auf rechts und der Drosselklappenwelle unmissverständlich klarmachen, dass Durchsatz gefragt ist ! Andernfalls geht den ca. 125 ZXR-Pferdchen am darauf folgenden steilen Anstieg die Puste aus. Leider gibt es am Ausgang der Rechts eine Bodenwelle die, unglücklich getroffen, für jede Menge Spaß sorgen kann. In der wirklich allerletzten Runde des ersten Tages hat es mir dort mit reichlich Schräglage blitzartig das Hinterrad weggezogen, dass ich nur mit viel Glück sitzen geblieben bin. Hat man den Anstieg dann endlich hinter sich gebracht, wartet eine letzte Kurvenkombination auf einen. Überraschenderweise eine ... links,rechts. Doch diesmal anders. Die Links ist eng. Man bremst sie spät an, der 3. Gang kommt ganz gut, und hält danach in die lange, zum Ende hin aufmachende Rechts auf Start/Ziel rein. Früh an`s Gas ist die Devise. Einen Orientierungspunkt gibt es auch hier in Form einer Bodenwelle. Du weißt, dass du zu spät dran bist, wenn du erst nach der resultierenden Rührbewegung im Fahrwerk am Kabel ziehst ! Raus auf die Zielgerade und das ganze Spiel von vorne.
Bis auf den bereits erwähnten Hinterradrutscher und zwei Situationen, in denen mir das Vorderrad eingeklappt ist (der Reifen hatte es halt irgendwann hinter sich), verlief Tag 1 im Großen und Ganzen wie erwartet. Da ich ausser einem Tag in OSL (20.05.) und zwei Tagen, an denen ich zum Großteil auf Bundesstraßen stur geradeaus nach Nordhausen und zurück gekloppt bin, 2009 gar nicht Moped gefahren war, musste ich halt erst einmal die Gelenksteife aus den alten Knochen schütteln und Gefühl für`s Fahren entwickeln. Ein paar Tage zuvor hatte ich mir im "www" einige Onboard-Videos (unter anderem von `nem Typ, der sich "Prinzessin Horst" nennt <- geiler Name !!!) von Hobbypiloten angesehen. Die meisten von ihnen waren irgendwo zwischen 2.20min 2.30min unterwegs, so dass ich mir die zweieinhalb Minuten mal als groben Richtwert vorgenommen hatte. Was mir allerdings vor Ort auffiel, war die Tatsache, dass die Anstiege und Gefälle des Streckenverlaufs in den Videos lange nicht so rüberkamen wie es tatsächlich der Fall ist. Als ich dann von meinem letzten Turn mit noch dampfender Bremsspur in der Buxe zurück ins Fahrerlager kam, waren alle ausgeflogen. Wenig später sah ich die beiden beeindruckend abstoßenden Gestalten dann aber aus der Richtung der Veranstalterbox auf mich zuschlendern. Meine erste Vermutung, dass sie sich zum Fummeln irgendwo in die Büsche verkrochen hatten, bestätigte sich zum Glück jedoch nicht. Stattdessen hatten sich die beiden an den Streckenrand Richtung "omega" begeben und ein paar Fotos gemacht, sowie die Linienwahl der Teilnehmer beäugt. Bruno, der auf dem Rückweg noch die ausgehangene Zeitenliste in Augenschein genommen hatte, tönte gleich irgendwas von wegen 2.41min. Den ersten Tag noch einmal in Gedanken revue passieren lassend glaubte ich ihm, da ich nicht im Ansatz das Gefühl hatte zügig unterwegs gewesen zu sein. Leider hatte ich während des gesamten Nachmittags (genauer gesagt an allen 3 Tagen) nicht einen Fahrer ausfindig machen können, an dessen Hinterrad geheftet ich ein paar flotte Runden hätte drehen können. Also gurkte ich die meiste Zeit allein auf der Piste umher und versuchte, nicht all zu oft überholt zu werden. Learning by doing. Um so größer war meine Überraschung, als der Sack mit einem fettem Grinsen meine gemessene Zeit auf 2.26min korrigierte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Somit sollte, wenn der Knoten denn mal geplatzt wäre, noch einiges zu reißen sein ! Auf Josef`s Frage hin, wie das Fahrwerk sowie die Übersetzung denn harmonieren würden, war mir folgendes aufgefallen: Die zunächst gewählte Zahnradpaarung 16 / 48 war ein wenig zu lang. Das vorrätige 15er Ritzel sollte am folgenden Morgen ebenso wie das Öhlins-Federbein aus Joshi`s 7er verbaut werden, da mein WP-Teil trotz voll geöffneter Zugstufendämpfung etwas langsamer aus der Feder kam, als die frisch auf strammere Federn und Öl umgerüstete Gabel. Dieser Gabel, in Kombination mit den SRQ- Klötzen und meiner, mit neuem Repair-Kit versehenen (serienmäßigen) 5/8-Bremspumpe, war es zu verdanken, dass so etwas wie ungetrübter Fahrspass beim Anbremsen von Kurven aufkam. Während ich in den vergangenen Jahren stets mit ratterndem und stempelndem Hinterrad auf diverse Radien zuhielt, immer etwas früher nach dem Hebel am rechten Lenkerstummel schielend als Andere, um ja nicht mit schlingernder und nur noch (für mich) bedingt kontrollierbarer Fuhre den vermeindlichen Kontrahenten abzuräumen, begann ich, wenn auch zunächst etwas zögerlich, auf der Bremse mit ungeahnt stabilem Moped Meter zu machen. Geil !!!
Während ich im Anschluss versuchte, meinen stinkenden Kadaver mit Hilfe von Wasser und Duschbad wieder auf ein halbwegs erträgliches Niveau zu bringen, machte sich der Rest der Crew auf, Futter und Gerstensaft zu organisieren. Der Tag klang also entspannt beim Grillen mit unseren Nachbarn aus. Dass dabei derbe Fachsimpeleien mehr oder weniger kompetenten Inhalts nicht fehlen durften, versteht sich von selbst. Abschließend sei noch erwähnt, dass Bruno seine "Hohlraumkonservierung" mittels tschechischem Hopfentrunk dermaßen konsequent umsetzte, dass es spätestens am 3. Tag nahezu unmöglich wurde in unserem Areal auch nur in eine einzige Ecke zu greifen, ohne das klirrende Geräusch fallender Bierflaschen zu vernehmen. Von daher wäre eine andere Kombination als Brunhilde und ZXR undenkbar, da beide nicht gerade über top-end-power verfügen, jedoch umso durstiger (und in der Regel grün) sind ;-) . Was die große Kunst des Bierverdunstens angeht, ist er jedenfalls ganz weit vorne !!!
Dienstag
Nach einer sehr erholsamen Nacht gab es eine kleine Überraschung in Form einer kurzfristig einberufenen zusätzlichen Fahrerbesprechung. Entgegen dem laut Zeitplan vorgesehenen Tagesablauf, nach welchem der komplette Dienstag, mit Ausnahme eines Bimota-internen Sprintrennens am Nachmittag, zum freien Ballern vorgesehen war, wurde am Vormittag wieder in den Gruppen des Vortages gefahren. Natürlich geschah das nicht grundlos. So erzählte der Veranstalter von teilweise rücksichtslosem Verhalten einzelner Protagonisten sowie einer Situation, in der ein "Agent" sein defektes Moped einfach auf dem Seitenständer mitten auf der Strecke geparkt hatte und im Begriff war, sich davonzuschleichen. Hammerhart ! Wahrscheinlich setzte der Typ einfach seinen allsonntäglichen Tagesablauf vor der Eisdiele 1 zu 1 auf der Rennstrecke in Brünn um. A propos alternative Weltanschauung: "SuppaFons" (= Insider-Bezeichnung) , den Robert,Bruno und Josef bereits beim IBPM-Lauf in Most kennengelernt hatten, war auch in Brünn am Start. Seine "Renngeiß", eine Kilogixxe auf IDM-Niveau mit allem was teuer und edel ist und nahezu 200 Keulen an der Kurbelwelle, stand natürlich wieder fast die ganzen 3 Tage unbenutzt im Fahrerlager. Nicht, dass der Gaul nicht fahren würde, nein, Fonse zieht es halt vor, mal eben für 3 Tage 1000km nach Brünn zu fahren, ein paar mal um den Kurs zu cruisen und im Anschluss seinen wohlgenährten Astralkörper in kurzer Hose und T-Shirt auf der Suche nach "Gleichgesinnten" im Fahrerlager zu präsentieren. Für mich ein absolutes Unding - aber jeder wie er`s braucht ! Letzten Endes schafften wir es gerade noch rechtzeitig Federbein, Ritzel, Bremsklötze und Vorderrad samt neuem Reifen (Racetec Slick K1) zu wechseln, dass ich zum ersten Turn starten konnte. Insgesamt verlief der Vormittag dann aber eher ernüchternd. Nachdem ich den neuen Vorderreifen einige Runden angefahren hatte, und halbwegs wach war, versuchte ich das Tempo zu steigern. Das Öhlins-Federbein verrichtete seine Arbeit übrigens ausgezeichnet. Klares Ansprechen beim Gasanlegen, kein Pumpen oder Rühren in Schräglage und Schräglagenwechseln und selbst beim harten Ankern konnte ich ihm bloß ein minimales Hin- und Herwischen über die Bodenwellen entlocken. Der Bridgestone hinten begann allmählich etwas zu rutschen, was vermutlich aber daran lag, dass wir den Luftdruck probehalber um 0,2 - 0,3 bar warm abgesenkt hatten und er doch sehr heiß wurde. Leider war die Strecke morgens wieder dermaßen voll, dass ich es nicht schaffte, wenigstens eine freie Runde ohne mehrere Überholmanöver etc. hinzubekommen. 20-Minuten-Turns sind scheiße im Vergleich zu freiem Fahren !
Aber auch am Nachmittag gab es für mich keine Verbesserung der Rundenzeit. Innerlich etwas angespannt weil darauf fixiert schneller zu werden (beim Rennen am folgenden Tag würde ich in der Klasse über 600ccm starten müssen -> und das heißt nunmal gegen die 1000er Riege) , störte mich das zunehmende Rutschen des Hinterrads in Verbindung mit der vollen Piste (2 bis 3 Kurven gab es immer, in denen ich nicht rund fahren konnte, sondern zwecks überholen spitz reinhacken musste) immer mehr. Vor Robert, der diesen Hinterreifen nach Joshi`s Aussage dermaßen runterfährt, dass vom Negativprofil in Flankennähe nichts mehr zu sehen ist, kann ich nur den Hut ziehen ! Also den Bridgestone hinten runter und den bewährten Supercorsa SC2 aufgeschnallt. Dabei fiel uns auf, dass die Ruckdämpfergummis total am Arsch waren. Das Kettenrad ließ sich mehrere mm gegen die Felge verdrehen und hatte zudem axiales Spiel. Egal, wir hatten keine neuen dabei, also musste es eben so gehen. Ab in die Boxengasse zum nächsten Versuch. Pustekuchen. Dort war erstmal Warten angesagt, da die Posten am Einlass penibel darauf achteten, dass eine maximale Anzahl an Motorrädern auf der Strecke nicht überschritten wurde. Böses ahnend stellte ich mich an. Den Motor in dieser Situation abzustellen kam für mich nicht in Frage, weil ich die Dicke ja dann quasi auf der Strecke hätte anschieben müssen. Den Anlasser hatte ich mittlerweile wieder angeflanscht, jedoch benötigt man eine externe Batterie zum Starten mangels Lichtmaschine. Zudem hatte ich nicht damit gerechnet, dass es dort so lange dauern würde. Die Sorgenfalten auf meiner Stirn wurden tiefer, als immer mehr Mopeds heranströmten und ich mich wenig später inmitten einer Abgas- und Abwärmetraube befand. Natürlich befindet sich vor meinem Kühler kein Lüfter, da ich ja auf der Piste ballern und nicht im Stau stehen will. Die Wassertemperaturanzeige hatte sich auch mal wieder dazu entschieden nicht zu funktionieren. Wenig später war es dann soweit. Die rüttelnde Hand eines Fahrers hinter mir auf meiner Schulter und ein kurzer Blick auf den Endtopf kündeten davon, dass ausser der Wut in mir auch das Kühlwasser am Kochen war und sich sogleich eine kleine Pfütze neben dem Hinterrad bildete. Was blieb mir übrig, als den Motor abzustellen, meinem Umfeld irgendwie zu signalisieren, dass bei mir der Siedepunkt erreicht war und ich mich gerne aus ihrer Mitte entfernen würde. Es dauerte etwas, bis auch der letzte, der mir den Weg in Richtung Frischluft versperrte, kapiert hatte, dass ich das dampfende Moped nicht auf die Strecke, sondern in`s Fahrerlager schieben wollte. Nachdem sie sich ausgeblubbert hatte fuhr ich ein paar untertourige Runden durch das Weiträumige Fahrerlager um die Temperatur runterzubekommen. Das Problem mit dem Temperaturanstieg während der Wartephasen trat während der Veranstaltung häufiger, wenn auch nicht in diesem Maß, auf. An dieser und anderer Stelle muss in Zukunft noch nachgebessert werden. Wenig später hatte ich es dann endlich auf die Strecke geschafft. Beim Fahren bemerkte ich dann, dass der neue Pirelli im direkten Vergleich mit dem alten Bridgestone zwar den besseren Grip zu bieten hatte, sich beim Handling aber etwas sturer gab. Während der BT002 quasi von selbst in tieste Schräglage fiel, benötigte der Supercorsa doch etwas Nachdruck. Also spulte ich Runde um Runde ab, um mich daran zu gewöhnen. In der Rechts auf Start/Ziel, gerade ein paar Meter nach der Ausfahrt in die Boxengasse, nahm die Mobylette dann das Gas nicht mehr sauber an und begann zu stottern. "Scheiße - Tank leer" und "vielleicht schaff ich noch die Runde" schoss es mir durch den Kopf. Mal so über den Daumen gepeilt war ich zwischen 10 und 12 Runden gefahren. Da Brünn mit seinen ca 5,4km Streckenlänge 1,5-2km länger ist als die meisten anderen Kurse, muss man eben etwas mehr Sprit einkalkulieren. Auf der Geraden zur ersten Schikane hin war dann endgültig Schluss mit Vortrieb. Ich rollte also aus und suchte mir den nächstbesten Streckenausgang. Mehr oder weniger pantomimisch teilte ich dem Streckenposten mit, dass mir der Sprit ausgegangen war und er doch bitte den Lumpensammler verständigen möge. Zurück im Fahrerlager bestätigte mir Bruno, dass ich etwa `ne halbe Stunde unterwegs war. Das übliche Schema : 5 Liter tanken und dann rausfahren funktioniert in Brünn also nicht unbedingt.
Beim Bimota-internen Rennen an diesem Nachmittag stellte ich mich auf Bruno`s Rat direkt an den Eingang zur ersten Kurve, um mir den Bremspunkt in der ersten Runde anschauen zu können. Bei ungefähr 80m warf der Führende den Anker. Da ich am folgenden Tag im Rennen fast das komplette Feld vor mir hertreiben würde (ha,ha) sollte der erste Bremspunkt für mich wohl nicht so wichtig sein. Tag zwei ging dann wieder beim Grillen und Saufen sowie mit dem Vorsatz am Mittwoch Morgen zeitentechnisch doch endlich was zu reißen zu Ende.
Mittwoch
Wie bereits erwähnt war es am Mittwoch um einiges schwüler als die Tage zuvor. Folglich ging es mit den ersten Schweißtropfen auf der Stirn in die ohnehin schon ordentlich "marinierte" Kombi. Der vordere Reifenwärmer quitierte plötzlich auch seinen Dienst. Unser pfälzer Nachbar versicherte mir aber, dass ich vor dem Rennen seine Heizdecke haben könne, da er nicht starten wolle. Von 9 - 11 Uhr bestand nochmal die Möglichkeit zum freien Zynden, bevor das 2. Bimota-Rennen, danach die Klasse bis 600ccm und abschließend über 600ccm (in der ich würde starten müssen) ausgetragen werden würde. Also nicht`s wie raus auf die Piste und noch ein paar Sachen probieren. Doch bereits in der 2. oder 3. Runde fing die Dicke wieder zu stottern an und ging wenig später ausgangs Omega aus. "Na das passt ja wiedermal - wo doch so lange alles perfekt lief" dachte ich mir mit zynischem Unterton. Sprit war ausreichend an board, so dass es wohl an der Batterie liegen musste. Diesmal musste ich länger auf mein Taxi gen Fahrerlager warten. Also ließ ich meinen Blick etwas schweifen und entdeckte zu meiner Überraschung im "Infield" der Strecke einen Golfplatz. Nicht schlecht. Nach holperiger Fahrt mit dem "Shuttle-Service" kam ich dann endlich wieder im Fahrerlager an. Nach kurzer Untersuchung diagnostizierte Doktor Joshi akuten Spannungsschwund am Akku, hervorgerufen durch eine Überfunktion der Spritpumpe. Als ich das Moped am Vortag trocken gefahren hatte, muss sich eine kleine Luftblase in Richtung Pumpe geschlichen haben, die jetzt dafür gesorgt hatte, dass diese ständig unter Volldampf lief und so die Batterie unverhältnismäßig schnell leernuckelte. Der Versuch die Pumpe an anderer Stelle zu verbauen scheiterte, so dass biegen,quetschen und drücken die einzigen Möglichkeiten blieben, sich irgendwie zu behelfen. Am Ende funktionierte das Moped wieder. Die Möglichkeit vor den Rennen nocheinmal rauszufahren hatte ich allerdings nicht mehr. Die Drehzahlmessernadel war mir beim Fahren übrigens auch noch abgebrochen und lag jetzt lustlos am Boden der Skala rum.
Kein Drehzahlmesser, Startplatz 36 von 44 Rennteilnehmern - na das kann ja was werden ! "Zum Glück bin ich mit `nem 18 Jahre altem Moped unterwegs, da ist die Blamage nicht ganz so groß" dachte ich mir noch so. Nachdem das Bimota- und das 600er-Rennen gelaufen waren, galt es dann. Dem letzten Aufruf folgend verließ ich so ziehmlich als letzter die Boxengasse Richtung Startaufstellung. "Cool bleiben, hast doch eh nix zu verlieren" versuchte ich mir einzureden, da mir irgendwie doch auf einmal die Düse ging. In der Startaufstellung angekommen hatte sich die Aufregung dann doch schon zu großen Teilen in Selbstironie gewandelt. Kein Wunder, wenn man 35 Fahrer vor sich hat, kann es ja eigentlich nur nach vorne gehen. Einen Startversuch hatte ich bis dahin auch noch nicht probiert. Na dann, lass mal beim Vorstart testen. Drehzahl hoch (keine Ahnung wie hoch, da keine Nadel mehr),Flagge,Kupplung schnappen lassen und vorwääärts. Ne, irgendwie nicht. Es ging eher nach oben als nach vorne. Gas zu, 2.Welle, Gas auf -> wieder steigt das Scheiß Vorderrad. Bruno, der die Komödie vom Dach der Boxengasse gefilmt hatte, meinte, das Vorderrad wäre ca. 50cm in der Luft gewesen (ha,ha). Selbst im 3. hat sie nochmal kurz gezuckt. "Na also, lief doch alles nach Plan (hüstel). Hoffentlich hab ich mit dem Manöver meine unmittelbaren Kontrahenten in der Startaufstellung so verunsichert, dass sie mir beim folgenden Rennstart freiwillig den Vortritt lassen (ha,ha)". In der Warm-Up-Runde ließ ich mich ganz zurückfallen, um längeres Warten in der Aufstellung zu vermeiden. Als ich meinen Startplatz erreicht hatte, dauerte es nicht lange, und die Flaggenschwinger verließen die Strecke. Das plötzliche Aufheulen von fast 50 Motoren ging mir durch und durch. Von den Schläfen über den Nacken schoss mir der Erpelanzug (= Gänsehaut) den Rücken runter. Kupplung am Schleifpunkt und die Drehzahl irgendwo am Anfang des oberen Drittels haltend starrte ich auf die rote Ampel. Lichter aus - go ! Diesmal kam ich besser weg und konnte auf dem Weg zur ersten Rechts direkt einige Mopeds überholen. Dank der kurzen Übersetzung war das Leistungsdefizit beim Beschleunigen ab Stand nicht / kaum spürbar. Da ich auf der rechten Seite der Strecke gestartet war, blieb mir nichts anderes übrig, als die erste Kurve von ganz innen anzugehen. Zu viert nebeneinander wurde es ganz schön eng. Ich musste dem Fahrer links neben mir den Vortritt lassen, da er relativ hart reinzog, und ich ihm sonst direkt gegen seine rechte Raste gedonnert wäre. Auf der anschließenden Geraden kamen dann aber wieder einige Mopeds vorbeigeflogen (im wahrsten Sinne des Wortes !). Zu dritt nebeneinander auf der Bremse konnte ich das aber weitestgehend korrigieren. So ging es Kurve um Kurve. Allmählich begann sich das Feld auseinanderzuziehen. Als nächstes hatte ich vor mir eine 9xy-Blade, die einer SRAD-Gixxer im Heck klebte. Außer mir, zwei der insgesamt vier "Nicht-Tausender" im Feld. Es gelang mir innerhalb einer Runde mich zunächst zwischen, und danach vor beide zu setzen. Motormäßig war die relativ alte Suzuki der Honda absolut ebenbürtig - und mir somit leider mehr als nur `ne Nasenspitze voraus. Als es dann wieder auf Start/Ziel ging begann ich "Kampflinie" zu fahren. "Wenn ihr an mir vorbei wollt, dann bitteschön aussen ! " dachte ich mir grimmig, als ich die schnelle Rechts von der Mitte der Fahrbahn aus anbremste. Doch nichts geschah. Raus auf die nächste Gerade Richtung erste Schikane. Etwas nach deren Hälfte passierte es dann doch. Einer links, der Andere rechts kamen sie wieder vorbeigeschossen. Ich kam mir vor, als ob ich stehen würde. Doch zu meinem Glück konnten sie nicht all zu viele Meter zwischen sich und meine grüne, alte Dame bringen, bevor sie absolut synchron in die Eisen langten. Mit der Gewissheit, dass meine SRQ`s auch noch ein ganz paar Meter später nicht so leicht aus der Reserve zu locken sein würden schnippte ich mit geöffnetem Mischer zwischen den Beiden durch und bog vor ihnen ein. Durch den anschließenden kurvigen Teil der Strecke (ich nenn`s einfach weiterhin Omega) konnte ich aber gut Meter machen, wie ich bei einem kurzen Schulterblick auf der Geraden in Richtung tiefster Streckenpunkt mitbekam. Dumm nur, dass sich dort ein weiter vorn liegender R1-Pilot kurz zuvor gemault hatte, und das Rennen somit in der 4. Runde abgebrochen wurde. Wieder in der Boxengasse angekommen erfuhr ich von Joshi und Bruno, die das Rennen an der Boxenmauer bzw. auf dem Dach der Boxenanlage verfolgt hatten, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt bis auf Platz 21 vorgearbeitet hatte. OK, klingt schonmal besser als 36.
Vom Veranstalter kam daraufhin die Info, dass das Rennen nach der halbstündigen Mittagspause über die volle Distanz wiederholt werden sollte. Zurück im Fahrerlager gab`s für die ZXR ein paar Tropfen Sprit und für mich ein Drei-Gänge-Menu aus Wasser, Apfel und `ner Kippe. Daraufhin ging`s zum zweiten Mal in die Startaufstellung. Der Restart des Rennens funktionierte für mich diesmal eher verhalten. Ich glaub, dass ich vor der ersten Kurve sogar ein oder zwei Plätze verloren hab. Als es zum ersten mal in`s Omega ging, sah ich den Fahrer mit der grün-roten Kombi auf seiner ZX10R vier Plätze vor mir. Da er mir wegen der hervorstechenden Farbkombination seiner Kutte schon im ersten Rennen aufgefallen war, nutzte ich ihn auch diesmal wieder als Orientierungspunkt. Dank des mehr oder weniger verkorksten Starts lag diesmal definitiv mehr "Arbeit" vor mir, da ich ihn im ersten Rennen bereits zu Beginn der 2. Runde kassiert hatte. Jetzt im Nachhinein betrachtet fällt mir auf, dass die anfängliche Aufregung vor den Rennstarts jedes mal mit dem Erlöschen der Ampel wie weggeblasen war. Klingt zwar irgendwie blöd, aber stattdessen setzte dann plötzlich eine Art "ruhiges Kalkül" ein. Man könnte es auch Kaltschnäuzigkeit nennen : Wen? -> Wie? -> Wo? Als mich Bruno nach Rennende auf die "komische" Linie, die ich gefahren war ansprach, sagte ich ihm, dass ich ab der ersten Runde Kampflinie fahren musste. Somit verhagelte ich mir zwar etwas die Rundenzeiten, konnte aber die leicht übermotorisierte Konkurenz halbwegs in Schach halten, nachdem ich sie ein-, meistens aber zwei- oder dreimal ausgebremst hatte. Es ist zwar etwas zermürbend auf den Geraden wieder und wieder geschnupft zu werden (min. 50 Meter haben mir die 1000er auf jeder Geraden eingeschenkt), aber die Motivation, diejenigen in die Schranken weisen zu können, die ihre Rundenzeiten ausschließlich dem Bums am Hinterrad verdanken, überwog natürlich. So ging es Runde um Runde. Ich beschleunige eher aus der letzten Rechts als die blaue R1 vor mir. Es geht in die letzte Runde auf Start/Ziel. Vorbei komme ich nicht. Im Gegenteil, die Yamaha hat am Bremspunkt der ersten Rechts einen deutlichen Vorsprung. Von hinten droht keine Gefahr mehr. Mit einem schmierigen Gefühl am Vorderrad geht`s in Schräglage. Wenn ich ihn nicht enteilen lassen und im Omega noch eine Chance haben will, muss ich jetzt ans Gas. Es funktioniert. Ich schneide den Linksknick und räuber Vollgas über den Kerb. Die gewonnen Meter verliere ich auf der folgenden Gerade erwartungsgemäß wieder. In der Links-Rechts komme ich näher ran. Den Berg runter in die Doppel-Rechts. Ich bin voll dran. Beim Rausbeschleunigen aus der langsamen Links setze ich mich innen rein und kann kurz das Vorderrad zeigen. 200m geradeaus und dann die Links-Rechts-Variante. Ich bin innen - jetzt gilt`s. Er hat mitbekommen, dass ich ihm im Nacken sitze und bremst spät. Nicht spät genug! Jetzt oder nie! Viel mehr als `nen Meter hab ich nicht Platz zwischen der Yamse und dem Innenkerb, und genau da halte ich jetzt rein. Es gibt einen kurzen Hieb vom Kerb an meinen linken Stiefel. Das Moped zuckt kurz, aber nichts passiert. Ich bin vorbei. Wenn ich den Platz auf der letzten "Bergab-Geraden" nicht gleich wieder verlieren will, muss ich die Brechstange auspacken. Also knall ich ihm die Tür zu, indem ich gleich nach rechts ziehe und die Rechtskurve vor der Geraden von ziehmlich weit innen anfahre. Nicht schnell, aber wirkungsvoll. Die letzten Kurven vor Start/Ziel lege ich die Ohren an und bremse sehr spät auf meiner Kampflinie. Ich schaffe es mit einigen Metern Vorsprung in`s Ziel. Geil! In der Auslaufrunde stehen die streckenposten an der Strecke und winken den Fahrern zu. Irgendwie ein schönes Gefühl - mir hat`s auch gefallen ;-). Ich hab zwar keine Ahnung wo ich gelandet bin, hab mich aber nicht auf die Schnauze gelegt und wurde nicht überholt. Gut so. Zurück in der Boxengasse seh`ich Josef winkend an der Mauer stehen. Bruno kommt auch gleich angerannt. Beide freuen sich, dass ich die Yamaha in der letzten Runde noch gekriegt hab - und ich erst!!! Nach einer kurzen Auswertung erfuhr ich dann, dass die letzte Runde trotz Überholmanöver und Kampflinie mit 2.20min meine schnellste war und ich auf Platz 18 reingekommen bin. Wichtiger als das Ergebnis war aber, das der sprichwörtliche Knoten endlich geplatzt war. Geplatzt war auch der Keramik-Schleifer meines linken Stiefels beim Überholmanöver in der letzten Runde.
Nach den Siegerehrungen der einzelnen Klassen verabschiedete sich Josef Richtung Heimat, da er am nächsten Tag arbeiten musste. Bruno schnappte sich die Kamera und tingelte nochmal um die Strecke um Bilder zu machen. Ich verballerte noch den Restsprit beim freien Fahren. Da der Großteil der Fahrer bereits am Einpacken / Abreisen war, war kaum noch was los auf der Piste. Somit konnte ich meine Rundenzeit nochmal um knapp 2 Sekunden steigern.
Bruno und ich verbrachten, nachdem wir uns abends beim "goldenen M" im total versmoggten Brno (kein Scheiß, total neblig dort) die Bäuche vollgeschlagen hatten, noch eine weitere Nacht im Fahrerlager, bevor wir am Donnerstag früh die Heimreise antraten.
An dieser Stelle nochmal einen fetten Dank an meine beiden Boxenluder.
Bilder vom Event findet ihr in der Gallerie (shot by Bruno the beaver) ...
polli0815
FIN
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