Racing 2008
12.-13.04.2008 | Saisonauftakt Spreewaldring

Der Saisonauftakt war ein katastrophales Desaster. Unser diesjähriger Saisonauftakt am Spreewaldring sollte in Punkto "Pleiten, Pech und Pannen" alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Ein Pleite solchen Ausmaßes hatten wir noch nie.

Was sich in den letzten Monaten der Schrauberei schon abzeichnete, bestätigte sich auch direkt am Abreisetag. Die Mopeds zwar weitestgehend komplettiert, waren trotz aller Bemühungen unsererseits nicht fertig geworden. Viele Stunden Arbeit am geschundenen Material lagen hinter uns und doch sollten wir derartig gestraft werden.

Einfach zu viel waren die Kleinigkeiten die uns in den vergangenen Wochen Zeit geraubt haben. Von vielen Lieferungen die zu spät oder gleich gar nicht (vielen Dank an dieser Stelle an Götz!) eintrafen in Verzug geraten konnten wir die Renngeräte erst am Freitagnachmittag mehr oder weniger komplettieren.

So musste der geplante Start von 15:00Uhr auf ca 19:00Uhr verschoben werden. Polli musste zudem noch bis 14:00Uhr an die Maloche.

Als endlich alles im geliehenen Transporter verstaut war (Besten Dank an Phil) ging es dann auf die Reise Richtung Spreewald. Die Mofetten gut aufm Hänger verzurrt haben wir das Standardreisetempo aufgenommen und sind mit leicht überhöhter Geschwindigkeit über die Bahn geflogen.

Zu dem seit Wochen anhaltendem Regen gesellen sich auch die Ordnungshüter zur reisenden Gesellschaft. So kam was kommen musste, irgendwo auf der A4 in einer 80er Zone ging das rote Lichtlein und schoss freundlicherweise gleich das erste Foto unseres hoffentlich schönen Rennwochenendes. Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein (werde schon mal den Busfahrplan studieren).

Nach 4 ½ Stunden Fahrt auf dem Rennplatz angekommen erwartete uns gleich die nächste Hiobsbotschaft. Der im Vorfeld reservierte und zugesagte Bereich in der Boxenhalle wurde nicht zur Verfügung gestellt. So standen wir alle kreuz und quer verteilt und hatten nicht wirklich viel Platz.

Um den Tag mit einer letzten schlechten Nachricht zu krönen, teilte der Streckenbetreiber mit, dass das Übernachten in der Halle nicht gestattet ist. Da wir vom Veranstalter im Vorfeld aber auch dafür eine Zusage bekommen hatten, war ausser Schlafsack und Isomatte nichts an Board was wir als Nachtlager benutzen könnten.

Zum Glück kamen wir bei freunden aus dem Forum unter und mussten nicht (bei Platzregen) unter freiem Himmel schlafen. Nach einer saukalten Nacht auf der Pritsche eines Transporters begann um 7:00Uhr der nächste Morgen nach nur knapp 5h wenig erholsamen Schafs.

Direkt erstmal den Schachtgammel bekämpfen und ab in die Boxenhalle um die Mopeds fertig zu machen. Irgendwie sollte aber an dem Tag nichts zusammenlaufen, und so wurde es Nachmittag und die Kisten liefen immer noch nicht auf 4 Zylindern. Der rote Faden durchzieht auch an diesem Tag unseren beschwerlichen Weg.

Nachdem das restliche Feld einen recht angenehmen Renntag auf der Piste verbrachte, kamen wir nur selten aus der Box. Am Ende des Tages sollte wenigsten Polli’s Moped laufen. Bei Bruno waren wir immer noch nicht über den 12Ventiler hinaus gekommen.

Auch die Vergasereinstellung wollte einfach nicht funktionieren.

Den ganzen Tag kaum etwas gegessen, musste erstmal totes Tier auf den Grill geworfen werden. Als Plan sollte es am Sonntagmorgen noch zum Reifendienst gehen um die 7Jahre alten Sportmax gegen vernünftige Supercorsa’s aus dem hause Pirelli zu ersetzen.

Nach einer etwas längeren aber genauso kalten Nacht wurde frühs mal eben der Radsatz bei Polli demontiert und mit leicht verschlafenem Blick Richtung Reifendienst gewankt.

Leider sollten wir und manch anderer Teilnehmer auch am Sonntag vom Pech nicht verschont bleiben. Als man die Nachricht überbrachte, der Reifendienst sei wohl zu einer anderen Veranstaltung gereist, machte sich neben genervten Gefühlen auch etwas Wut breit.

Als wir dann auch Bruno’s Moped noch mal zum laufen bekamen, fing sofort wieder einer vom STC an neben uns zu sabbeln. Der Spreewaldring ist wohl die einzige Rennstrecke die wir kennen, wo man in der Box den Motor nicht anwerfen darf. Um weiterem Stress aus dem Weg zu gehen sind wir vor die Box gegangen, wo uns prompt der nächste „freundliche“ Mitarbeiter anhielt, hier doch bitte hier draussen nicht so einen Krach zu machen. Ja wie denn nun? Raus, rein, rein raus oder doch nicht??? Sind wir hier im Halmaclub oder was?

Als wir dann zu allem Übel auch noch eine stark verölte Kerze im ersten Zylinder feststellten, brachen wir alle weiteren Versuche ab, den Hobel doch noch irgendwie zu laufen zu kriegen.

Gegen Sonntag Mittag, als klar war, dass der ****** Reifendienst tatsächlich nicht noch einmal auftaucht, musste Polli’s TL, welche wir als Notfallmoped mitgenommen hatten, startklar gemacht werden. Da eben noch schnell die anderen Bremszangen montiert und entlüftet konnte wenigstens einer noch ein paar Runden fahren.

Immer wieder kam einer der Betreiber an um uns auf das bestehende Rauchverbot in der Halle hinzuweisen. Da man uns aber im Vorfeld zugesichert hat, dass dem nicht so ist, und sich die Truppe vom STC ohnehin sehr affig hatte, haben wir das erfolgreich ignoriert.

Nach nur einem Turn von Polli auf der TL fing es dann gleich noch mal zu regnen an was das Ende unseres Auftritts am Spreewaldring einläutete. Mit reichlich Hohn und Spott einiger anderer Fahrer im Gepäck traten wir die Heimreise an. Aber wir kommen wieder, und den ein oder anderen werden wir sicher noch eine Retourkutsche verpassen.

Alles in allem DAS Katastrophen-WE schlechthin. Nun gilt es alles zu verdauen und zu vergessen, was sicher noch ein paar Tage dauern wird. Zumindest haben wir auch mal den absoluten Tiefpunkt eines Rennwochenendes erlebt, das kann ja auch nicht jeder von sich behaupten.

Als Fazit können wir wohl sagen, dass alles irgendwie recht amateurhaft abgelaufen ist und der Spreewaldring uns nicht wieder sehen wird.

Abschließend möchten wir an dieser Stelle noch mal allen Helfern für den unermüdlichen Einsatz danken, besonders Joschi den Elektrikguru und Takis in seiner Funktion als Chefboxenschlampe *grins* sowie Max aka "Zoom" und auch allen anderen die hier nicht gesondert erwähnt wurden.
Die Hilfsbereitschaft unter uns Forumsmitgliedern war wie schon so oft grenzenlos geil -> Danke Jungs, das gibts halt nur beim ZXR-Forum!

polli & bruno

24.07.2008 | Training Oschersleben

Anreise

Die Anreise war unspektakulär und erfolgte traditionell mit Verspätung (wir wollen uns ja schließlich treu bleiben). Gegen 22:00Uhr sind wir nach einiger Suche nach einem Geldautomaten und mit knurrendem Magen in OSL angekommen. Glücklicherweise haben wir noch eine Pizzeria gefunden die uns auf die schnelle noch was zu Futtern macht.

Mit zwei den Teigfladen im Gepäck standen wir um kurz vor 23:00Uhr am Pförtnerhäuschen des Fahrerlagers. Der Insasse dessen hat schon ein wenig rum geblubbert weil es doch schon so spät sei. Wie jetzt .."spät", gehts noch ??? Mach det Tor uff doh! Nach kurzer Diskussion wurde uns doch noch Einlass gewährt.
Die Pizza war irgendwie anders als wir uns das vorgestellt hatten. Das was der Pizzamann da zusammen gebaut hat lässt sich am ehesten als "Käseklumpen mit etwas Teig drunter" beschreiben. Dass sich dieses Mahl nachhaltig auf die Perestaltik auswirken sollte, war uns zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht klar. Besser so!

Im Anschluss haben wir uns dann noch im benachbarten Pavian von Thomas Tippelt & Friends eingenistet und bis halb zwei in der früh etwas Bier & Whisky vernichtet. Echt lustig diese Truppe. Danke für die Gastfreundschaft und den lustigen Abend!

 

Der nächste Morgen

Die Nacht war wie eine Hühnerleiter, kurz und beschissen. So war ich nicht wirklich böse draum, dass sie schon rum war. In ermangelung eines funktionstüchtigen Zeltes, haben wir auf Fahrer und Beifahrersitz des T4 Busses genächtigt. Was tut man nicht alles für ein wenig Spaß.

Nach Anmeldung & Fahrerbesprechung erstmal die Räder auswuchten, dafür war in der Vorbereitungsphase einfach keine Zeit mehr. Da wir aber alles Notwendige dabei hatten war das kein Problem. Schon echt Klasse so ein Transporter, was da alles rein passt...

Nach einem mehr oder minder geplanten "Boxenstop" (wir erinnern uns an die Pizza?!) war auch der unangenhme Teil des Morgens erledigt und es konnte endlich losgehen. Das Starterfeld war sehr überschaubar und sollte somit Garant für einige freie Runden sein. Noch schnell die tote Kuh übergestreift, der alten Dame einen Tritt in den Allerwertesten gegeben und raus aus der Boxengasse.

Gleich nach den ersten Kurven konnte ich ein paar unregelmäßige Zyndaussetzer feststellen. Nach kurzer Zeit wurden aus den kurzen Aussetzern richtige Pausen. Besonders wenn man in voller Schräglage den Mischer aufmacht, und kein Schub kommt, ist das sehr angenehm.  Dass die leistung dann aprupt einsetzt, macht die Sache nicht unbedingt leichter. Ein paar mal hat's die Fuhrer ordentlich durch geschüttelt, doch wenigstens bin ich sitzen geblieben.

Auch Polli gings nicht wirklich besser, seine o815 hat nicht sauber ausgedreht und bei knapp über 9000u/min einfach dicht gemacht. Das Moped fährt sich dann wie ein diesel, man schaltet ewig weit vorm roten Bereich. Auf der geraden als Opfer sollte das stempelnde Hinterrad den Rest des Fahrspaßes rauben. Irgendwie sollte das nicht unser Tag werden.

 

In Turn zwei hat sich das Stottern meiner 207 nicht wirklich verbessert. Den Schaltautomaten hatte ich zwar ( in der Hoffnung damit die Ursache des Übels gefunden zu haben) bereits ausgeschaltet, ohne Erfolg. Aus fast jeder Ecke heraus erstmal *möööp*, *kotz*, *stotter* bis sich dann irgendwann soetwas wie Vortrieb einstellte.  Von Polli hab ich auch in diesem Turn nichts gesehen. Eigentlich wollten wir ja zusammen fahren und uns gegenseitig ein wenig pushen, eigentlich.

In der Pause haben wir weiter versucht Ursachenforschung zu betrieben. Sicherheitshalber hab ich den Schaltautomaten dann komplett aus dem Kabelbaum entfernt. Schließlich war ich noch immer der Überzeugung dass hier ein Wackelkontakt vorliegt.

Im dritten Turn hab ich es dann nicht einmal aus der Boxengasse raus geschafft. Kurz nach der Ampel an der Boxenausfahrt hatte mir mein Dicke endgültig den Dienst quittiert. Komplett frustiert hab ich mir dann garnicht mehr die Mühe gemacht nochmal nach dem Fehler zu suchen. Stattdessen Kuh ab- und ein Frustbier angelegt. Die letzten zwei Turns habe ich dann Polli noch ein wenig zugesehenund darauf gewartet dass der Tag endlich vorbei ist.

Von Polli's restlichen zwei Turns und der Heimfahrt gibt es nichts zu berichten. Alles war recht unspektakulär und ohne weitere Vorkommnisse.

Später sollte sich bei meiner Zyndaussetzergeschichte herausstellen, dass es nach und nach alle Kerzen zerböselt hat. Optisch ohne erkennbaren Mangel haben offensichtlich alle 4 Gleitfunkenkerzen versagt, 160€ für die Abfalltonne *MEGAKOTZ*.

 

Abschließend betrachtet war dieses Event wieder rausgeworfenes Geld. Wir waren einige Euro ärmer und um etwas Erfahrung reicher.

 

c ya next time

bruno