Der Unterbau
Die Einkaufsliste ist komplett, alle benötigten Teile am Start. Los geht's!
Um den Traum vom eigenen Dyno nicht auf Sand zu bauen musste ein Fundament her. Mit Bewährungseisen gespickt entstand ein 18cm hohes und 1,20m langes Stahlbetonfundament in der bis dato als Lager genutzten Grube der Pornobude.
Im Anschluss wurden die Träger erstmal auf 'ner CNC -Fräse komplett überplant damit diese auch flächig auf dem Fundament aufliegen. Um mit der Rolle auf die gewünschte Höhe zu kommen, wurden noch zwei plane Stahlklötze aufgeschweisst auf denen dann die Lagerböcke verschraubt werden.
Zum fixeren der T-Träger haben wir M16 Schwerlastanker ca. 25cm tief mit Upat Injektionsmörtel in das neue und alte Fundament gesetzt (irre das Zeug, nach 5min ist der Kram Knochenhart).
Nach dem Lackieren der Träger erfolgte die erste "Anprobe" an den neuen Arbeitsplatz.
| die Basis |
Anprobe... |
..mit Lagern |
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"Dicke Minna"
Der Unterbau war also komplett, nun ging's ans Eingemachte. Die Walze war das nächste Opfer. Leider hatte sie direkt auf der Lauffläche eine Fehlstelle im Material, so dass gut 10mm im Radius abgedreht werden mussten um diese auszugleichen. Dadurch ging uns leider auch einiges an Gewicht verloren was wir gerne behalten hätten. Aber was nicht ist, ist nun mal nicht.
Als erster Schritt wurde die Walze innen 100mm ausgestochen und ein 100er Wellenstahl eingesetzt und verschweisst. Danach konnte die Welle samt Walze in der Drehbank aufgespannt und bearbeitet werden. Um für den nötigen Grip bei den Messfahrten zu sorgen, haben wir die Walze auch gleich rändeln lassen. Zum Schutz vor Rost wurde die dicke Minna auch noch farbig übergejaucht.
Einbauen und ausrichten war keine große Hexerei und recht fix erledigt. Noch ohne Abdeckplatten und Vorderradstütze musste am Abend der Montage gleich der Fahrerlagerroller für die erste Probefahrt her halten...
Abdeckung & Vorderradstütze
Für die Unterkonstruktion der späteren Abdeckung der Technik haben wir aus 40mm Quadratrohr verwendet. Zusätzliche Verstrebungen in der Mitte sorgen für die nötige Steifigkeit damit sich unter dem Gewicht der 6mm Tränenblech-Stahlplatten auch nichts durchbiegen kann.
Die Platten konnten wir bei unserem Nachbar, der auch die Walze gedreht hat, auf dem Schneidbrenntisch zuschneiden. Das hat ne Menge Trennscheiben für die Flex und auch Zeit gespart. Die Aussparung für die Rolle haben wir so knapp wie möglich gehalten damit sich nicht versehentlich mal Kleinteile zwischen Blech und Walze verklemmen oder die Grube fallen können.
Die Vordere Konstruktion musste 3-teilig werden, da hier noch die Zurrschienen Platz finden mussten. Durch das Schienensystem sind wir in der Lage vom Moped bis zum großen Motorrad alle möglichen Radstände einstellen zu können.
Diese Orsy-Schienen haben eine Zuglast von 2.500kg. Die Heavy Duty Fittinge welche die Vorderradstütze fixieren halten 2.000kg. Beides ist für unsere Zwecke eigentlich schon hoffnungslos überdimensioniert, aber ein wenig Sicherheit schadet ja nicht. Auch hat sich das System einfach angeboten da es unheimlich praktisch und zudem auch noch bezahlbar ist.
Nach dem Zuschneiden und anpassen wurden die Tränenbleche mit der Unterkonstruktion verschweisst. Das Geraffel hat ein unwahrscheinlich hohes Eigengewicht und ist selbst zu zweit noch schwer zu tragen. Dadurch konnten wir aber auch die Möglichkeit des Vibrierens des Unterbau's schon deutlich minimieren. Zusätzliche Vorlegebänder unter den Quadratrohren tun ihr Übriges.
Die Vorderradstütze wurde aus dem übrig geblieben Tränenblech gefertig und mit einem 20mm Quadratrohr nochmals abgestützt. Unter den seitlichen Laschen befinden sich die Gegenstücke der Fittinge welche die Verstellung erst möglich machen. Durch die Dreieckskontruktion der Stütze steht das Vorderrad immer automatisch in der Mitte und das Hinterrad zentriert sich nach wenigen Umdrehungen mittig auf der Walze.
Um das zurückrollen bei Lastwechseln während der Messfahrt zu verhindern ist die Stütze beidseitig mit einem Langloch versehen, wo ein Spanngurt durchgeführt wird. Dieser umschlingt die Vorderradfelge und gibt so sicheren Halt auch bei großvolumigen Zweizylindern mit einem hohen Motorbremsmoment.
Das gesamte Motorrad mit mit zwei weiteren Spanngurten nach links und rechts abgespannt um ein Umkippen zu vermeiden. Die Spannösen hierfür sind für eine Zugbelastung von 400kg ausgelegt. Für einen Transport auf dem Anhänger wäre das etwas knappt bemessen. Da das Motorrad hier aber nur soweit "verspannt" wird, dass es nicht umfällt, liegen nur Bruchteile dieser Belastung an.
| bruzzel bruzzel |
Schienen eingepasst.. |
...und gekürzt |
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Kühlung
Um die Motoren auch an heissen Tagen keinen Hitzetod sterben zu lassen, haben wir ein aus der Tabaktrocknung stammendes Starkstromgebläse zweckentfremdet. Der 4,5kWh Motor erzeugt mächtig Wind und hält die Betriebstemperatur selbst bei 32°C Aussentemperatur konstanst bei 90°C Wasser.
Das gute Stück stand (neu und unbenutzt wohlgemerkt!!) seit der Wende auf dem Dachboden unseres Nachbars. Wir haben ihm es kurzerhand aus den Rippen geleiert. Besten Dank noch mal Mario!
Wir haben das Gebläse komplett zerlegt, den leichten Rost hier und da entfernt und alles neu lackiert. Das Gebläserad war leicht unwuchtig, das haben wir bei der Gelegenheit gleich mit behoben.
Wieder komplett montiert, waren wir beim ersten Test doch recht erstaunt welchen Orkan das Gebläse erzeugt. 4,5kW sind halt 4,5kW. Einfach nur krass.
| Ansaug |
komplett |
die Schaufeln |
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Da das Teil in der Grube seinen Platz findet, wurde kurzerhand noch ein Ansauggehäuse aus 1,5er Blech zusammen gebraten. Durch das Gitter gehen nun keine gefährlich großen Teile mehr durch. Über den Ring wird ein Stück Belüftungsschlauch geschoben und unter dem Grubengitter fixiert. So saugt es die kältere Luft von unten an ohne dass man Gefahr läuft sich den Kühler mit evtl. angesaugten Steinchen zu perforieren.